Tina Turner, Talentshows und komische Typen

Tina Turner, Talentshows und komische Typen

Sie sind schon ein ungewöhnliches Paar, der Ex-Boygroup-Star Adel Tawil (31) und die Neue-Deutsche-Welle-Ikone Annette Humpe (59). Am Samstag, 24. April, sind Ich + Ich zu Gast in Trier.

Trier. (bec) "Gute Reise" lautet das neue Album von Ich + Ich - obwohl es nur Sänger Adel Tawil ist, der sich mit den neuen Liedern auf die Reise macht. Kollegin Annette Humpe steht nie auf der Bühne. Wie die Zusammenarbeit trotzdem funktioniert, wann ihn der Mut verlässt und was er mit Stefan Raab am Hut hat, hat ein gut gelaunter Tawil TV-Redakteurin Rebecca Schaal im Interview erzählt.

Um euch zu Beginn mal zu zitieren: Wann hast du das letzte Mal gedacht: "So soll es sein, so kann es bleiben"?

Tawil: (lacht) Ich war vor kurzem in Kairo, als es hier in Deutschland richtig bitterkalt war. Da habe ich bei 28 Grad in der Sonne in einem Café in Kairo gesessen und mir gedacht: Ja, so soll es bleiben!

War Platz eins der deutschen Single-Charts mit "Pflaster" auch ein solcher Moment?

Tawil: Ja! Als wir den Anruf bekamen, dass das Lied auf Platz eins geht, ist uns ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Letztendlich kann dir niemand die Garantie geben, dass ein Album ankommt. Ich denke, dass jeder Mensch Selbstzweifel hat, wenn er etwas fertigstellt. Da geht es uns nicht anders.

Wie entstehen eure Lieder? Ist das eine Gemeinschaftsproduktion?

Tawil: Ja, ganz genau. Meistens hat Annette schon ein paar Textbrocken parat, die sie mir zeigt. Oder ich erzähle ihr von einem Thema, das mir am Herzen liegt. Dann gehen wir ins Studio und basteln erst einmal einfach daran rum. Musikalisch machen wir alles zusammen. Letztendlich müssen wir nämlich beide damit leben können.

Also ist bei euch niemand der Boss?

Tawil: Nein. (lacht) Na ja, Annette hat auf jeden Fall die größere Erfahrung. Natürlich höre ich mir ihre Ratschläge an - und oft sind die auch gut. Trotzdem wird nicht einfach nur das gemacht, was Annette will. Sie lässt sich auch von Sachen inspirieren, die ich ihr zeige.

Was war denn das letzte richtig gute Konzert, auf dem du warst?

Tawil: Tina Turner. Da habe ich echt geschluckt. Diese Frau ist einfach unfassbar. Wahnsinn! Die ist ja noch mal ein paar Jährchen älter als Annette. Aber diese Stimme und diese Show - da habe ich richtig gefeiert.

Ihr seid dafür bekannt, dass ganz viele unterschiedliche Menschen etwas mit eurer Musik anfangen können. Alt, Jung, Rock- oder Schlager-Fan. Wie erklärst du dir das?

Tawil: Am Anfang waren wir nur ein Nischenprojekt. Wir sind wirklich auf viele Widerstände und Bedenken gestoßen. Nach dem Motto: Was will denn die Alte da mit dem komischen Typen? Was soll das überhaupt? Ich + Ich war und ist kein Selbstläufer. Es gab dann aber einen Punkt, der alles verändert hat, das war unsere Single "Vom selben Stern". Annette hat dieses wunderbare Talent: Sie schreibt Texte, in denen sich jeder wiederfindet. Das Musikalische steht bei uns an zweiter Stelle - wir sind schon sehr textlastig.

Stefan Raab hat erzählt, dass du in der Jury für "Unser Star in Oslo" sitzen wirst. Was erwartest du von diesem neuen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest?

Tawil: Ganz ehrlich: Ich mag Casting-Shows überhaupt nicht. Da geht es nur um die Sendung und nicht um die Musik. Die Leute gehen dahin und versprechen sich so viel von dieser Pop-Welt. Ich habe sie ganz früh kennengelernt, bin mit 17 durch ganz Europa getourt. Da habe ich gesehen, dass es ganz einfach harte Arbeit ist - und du auf den ganzen Glitzer sowieso nichts geben kannst. Deshalb habe ich mir Raabs Konzept genau angesehen. Aber es hat mich überzeugt. Denn Raabs Castings stehen für Qualität. Es gibt einen Unterschied zu den früheren Vorentscheiden: Die Zuschauer lernen die Kandidaten mit ihren Songs richtig kennen.

Eurovision Song Contest - wäre das auch was für dich?

Tawil: Ich weiß nicht, ob ich die Kraft und den Mut dazu hätte. Das ist ja ein riesiger Rummel. Nein, ich glaube, Wettbewerbe sind nichts für mich. Ich bin einfach kein Wettkämpfer.

Was sollten die Trierer Fans auf keinen Fall erwarten, wenn sie zum Ich + Ich-Konzert gehen?

Tawil: (lacht) Es wird keine Michael-Jackson-Show. Ich werde nicht tanzen. Vielleicht mache ich den Moonwalk - aber das war's dann auch schon. Es wird auch nichts vom Band geben. Und eines sollten die Trier er Zuschauer auf gar keinen Fall erwarten: Annette Humpe.

Ich + Ich treten am Samstag, 24. April, in der Arena Trier auf. Einlass ist um 19 Uhr. Karten für das Konzert gibt es in den Service-Centern des Trierischen Volksfreunds in Trier, Bitburg und Wittlich, unter der TV-Tickethotline 0651/7199-996 sowie im Internet unter www.volksfreund.de/tickets.

Der Trierische Volksfreund verlost exklusiv für seine Abonnenten fünf Mal je zwei Eintrittskarten für die Veranstaltung. Mitmachen ist ganz einfach: Wer bis Sonntag, 31. Januar, 24 Uhr, die Telefon-Hotline 0137-9375004 anruft (50 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk- oder Preise anderer Anbieter sind gegebenenfalls erheblich höher, Festnetzteilnahme wird empfohlen) und das Stichwort "Stern" nennt, hat die Chance, zu gewinnen. Hinweis: Teilnahme und Gewinnausschüttung ab 14 Jahren.

Extra

Die Wurzeln: Während Adel Tawil in den 90ern Teil der Boygroup "The Boyz" war, erlangte Annette Humpe schon viel früher Berühmtheit: Mit der Berliner Band "Ideal", die auf der Neuen Deutschen Welle ganz oben schwamm ("Blaue Augen", "Eiszeit"). Auch wenn Humpe nicht mit nach Trier kommen wird - einen Bezug zu Trier hat sie allemal: Ex-"Ideal"-Bassist Ernst Deuker stammt aus Trier-Mariahof. (bec)

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