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Trier: Die Highlights des Programms des Musikfestivals Opening 22

Musikfestival Opening 22 : Töne und Klänge, die Sie (in Trier) so garantiert noch nie gehört haben

Vom 10. bis 13. Februar wird Trier bei Opening 22 zum Zentrum neuer Musik und aktueller Klangkunst. Ein Event, bei dem künstlerische und kulturelle Grenzen keine Rolle spielen.

„Zwei Dinge sollten Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel“. Was John Cage als Aufgabe des Elternhauses reklamierte, kann man problemlos auch als Forderung an ein gelungenes kulturelles Angebot stellen. In Trier ist es das Internationale Opening Festival für Aktuelle Klangkunst, das sich seit Jahren schwerpunktmäßig um die geistigen Flügel im Bereich der Musik kümmert.

Auch in diesem Jahr soll die Stadt beim Opening 22 für ein verlängertes Wochenende wieder zum Forum neuer Hörerfahrungen und Klangerlebnisse werden. Aktuelle neue Tonschöpfungen und Klassiker der Moderne stehen auf dem Programm des Festivals, das von der Stadt Trier in Kooperation mit der Tufa und der Trierer Gesellschaft für Aktuelle Klangkunst veranstaltet wird. Versteht sich, dass die Kompositionen von „Altmeister“ John Cage, einem der wichtigsten Wegbereiter zeitgenössischer Klangkunst sozusagen zum Stammrepertoire des Festivals gehören.

In diesem Jahr trägt gleich das Eröffnungskonzert mit Werken unterschiedlicher Komponisten, das von der aus dem Theater bekannten Sopranistin Einat Aronstein und dem Schlagwerker Oded Geizhals gestaltet wird, den Titel seines Werks „Forever and sunsmell“. Aber nicht nur bei Titeln bleibt es. Ein absolutes Highlight des Programms setzt sich mit Cages Klavierzyklus „Sonatas and Interludes“ auseinander, einem der bedeutendsten Werke der Musik des 20. Jahrhunderts. „Katharsis“ – Cages „indische Sonaten“ – heißt die Konzertperformance in deren Zentrum der Klavierzyklus des Amerikaners steht. Die beiden Kasseler Künstlerinnen Ji-Youn Song (Klavier) und Joey Arand (Film) legen darin die indischen Wurzeln im Zusammenspiel von Klavier und Videokunst frei.

Auch sonst haben die beiden künstlerischen Leiter Bernd Bleffert und Thomas Rath ein vielseitiges, spartenübergreifendes Programm mit Konzerten, der traditionellen Klangkunstausstellung Open Expo, sowie performativen Formaten zusammengestellt. Ein weiterer Höhepunkt darin sind Kompositionen aus dem Klavierwerk von Wolfgang Rihm, die der Pianist Udo Falkner anlässlich des 70. Geburtstags des großen Gegenwartskomponisten spielt. Einen Hochgenuss verspricht auch das Solokonzert „Rare Earth“ des Cellisten Lucas Fels. Ein außergewöhnliches Ensemble ist mit dem Aleph Gitarrenquartett angesagt.

Einmal mehr schaut das Festival über den eigenen kulturellen Gartenzaun und schlägt die Brücke zwischen den Kulturen. Ost und West begegnen sich in den Klängen der von Naoko Kikuchi gespielten Koto (einer traditionellen japanischen Langzither) und den Posaunenklängen des Jazz-Musikers Marc Boukouya. Seit langem pflegt das Festival das Cross Over der Kunstsparten. Unter dem Titel „Das Schweigen der Daphne“ hat Christina Messner ein Musiktheater-Stück nach Texten von Georg Beck geschaffen, das neben dem antiken Mythos „Apollo und Daphne“ aus Ovids Metamorphosen, den 2017 verübten Mord an der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia in den Blick nimmt, und dabei den „Verlust der Menschenwürde“ thematisiert. Klangkunst und Bildende Kunst verbinden sich in der Festival Ausstellung Open Expo in der Installation „Dormitorium“ der Schweizer Künstlerin Christine Fausten und der Ausstellung „KII-II“ von Germaine Sijstermans Tufa. Eröffnet werden Festival und Ausstellungen am 11. Februar in der Tufa durch den Schirmherrn Kulturstaatssekretär Jürgen Hardeck und den Trierer Kulturdezernenten Markus Nöhl. Veranstaltungsorte sind die Tufa und die Viehmarktthermen.

Alle Termine sind auf der Website tufa-trier.de zu finden. Neben Einzelkarten kann ein Festivalpass für alle Veranstaltungen erworben werden.