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Trier: Jupiter Jones präsentiert neues Album in der Luke

Eifeler Band auf Platz drei in den Charts : Kleine Bühne, großer Abend: Fans feiern Rückkehr von Jupiter Jones nach Trier (Update)

Platz drei in den Albumcharts, eine ausverkaufte kleine Club-Tour und ein sehr emotionaler Abend in der alten Heimat Trier – für Jupiter Jones hat das neue Jahr bestens begonnen. So war’s beim Auftritt in der „Luke“.

Sascha Eigner und Nicholas Müller – die zwei verbliebenen Gründungsmitglieder von Jupiter Jones – sind in der Eifel aufgewachsen, davon handeln auch einige Songs. Aber Trier, das ist immer auch ein Heimspiel. Einige der frühen Songs der Band entstanden im Proberaum-Bunker in Trier-Nord, sie waren über Jahre Stammgast auf allen Bühnen im Exhaus – dem Ort, den sie (und nicht nur sie) in Trier am meisten vermissen.

„Es ist eine Schande, dass es das Exhaus nicht mehr gibt“, sagt Frontmann Nicholas Müller gleich zu Beginn der knapp anderthalbstündigen Show. Für das kleine Clubkonzert zur Feier des neuen Albums ist aber die „Luke“ eine sehr gute Alternative. Klein, eng, familiär. Mit einer Bühne, die zwar für fünf Leute arg klein ist – neben Müller und Gitarrist Eigner gehören eine Bassistin, eine Schlagzeugerin und ein Keyboarder zur Livebesetzung – aber auch das macht einen Teil des Charmes aus.

Es geht durch zwei Jahrzehnte, mit großen Emotionen auf kleinem Raum – das war immer eine Stärke der Band, die musikalisch im Punkrock wurzelt, aber schon früh Popmelodien für sich entdeckt hatte. Den Abend eröffnen Jupiter Jones – nach dem Support von Matze Rossi – mit „Wir sind ja schließlich nicht Metallica“ vom zweiten Album und mit „Rennen + Stolpern“. Für das Video zu diesem Song waren Jupiter Jones vor knapp zehn Jahren für sechs Tage nach New York gereist, auf Kosten der Plattenfirma. Es war das Album nach dem Mega-Hit „Still“, der die Band innerhalb von einem Jahr dem ganz großen Publikum bekannt machte.

In der Luke spielen sie „Still“ ohne großen Schnickschnack. „Ein Lied für meine Mama – und für immer“, so kündigt Nicholas Müller den Song an, den er einst seiner früh gestorbenen Mutter widmete. Es ist ein besonderer Moment, sicher auch für Nicholas‘ Vater, der beim Konzert in der Luke unter den Zuschauern war. Auch seiner kleinen Tochter widmete Nicholas Müller am Abend einen Song – „Atmen“ vom neuen Album „Die Sonne ist ein Zwergstern“. Ein Stück, das ebenfalls großes Radio-Potenzial hat, wie auch viele weitere Songs auf dem ersten gemeinsamen Jupiter-Jones-Album von Nicholas Müller und Sascha Eigner seit 2013. Das wird der Band in Rezensionen schon mal negativ ausgelegt – zu glatt, zu viel Pop, zu viel breite Masse im Blick. Aber mit Müllers Texten und der markanten Stimme hebt sich Jupiter Jones doch deutlich ab vom Allerwelts-Pop einiger Kollegen. Und live ist das gerade in diesem Rahmen ohnehin großartig.

Nur auf einen Song hat Müller an diesem Abend so gar keine Lust, wie er sagt, von dem hält er nicht mehr viel: „Zuckerwatte“ – vielleicht schwingen dabei auch die damaligen Begleiterscheinungen rund um die damalige Single-Veröffentlichung mit. Müller verließ Jupiter Jones kurz danach im Frühjahr 2014, zur Überraschung seiner Bandkollegen. Nach seinem Ausstieg schrieb er den Bestseller „Ich bin mal eben wieder tot – wie ich lernte, mit Angst zu leben“, eine Aufarbeitung seiner Angststörung.

Das ist beim Konzert in der Luke – einem von nur vier Clubkonzerten in Deutschland zur Feier des neuen Albums – kein Thema. Die Ex-Eifeler, die seit Jahren in Hamburg (Eigner) und Münster (Müller) leben, freuen sich über den Charts-Erfolg der Platte, „Die Sonne ist ein Zwergstein“ schaffte es in der ersten Woche auf Platz drei in den deutschen Albumcharts. Die allermeisten Fans in der Luke hatten sich ihr Ticket auch vorab in einem Bundle mit einem Tonträger (CD oder Vinyl) gekauft – nur ganz wenige Restkarten für das Konzert gingen in den freien Verkauf. Über 70.000 Euro hatten Fans und Unterstützer von Jupiter Jones über Crowdfunding in das Album investiert.

So ist es auch vom Publikum her ein Heimspiel. Viele kennen Jupiter Jones schon seit dem Debütalbum „Raum um Raum“, davon gibt’s auch drei Songs zu hören, „Kopf hoch & Arsch in den Sattel“, „Unter uns Darwinfinken“ und als letzte Zugabe „Auf das Leben“. Wichtiger wird für Jupiter Jones aber sein, wie die neuen Songs auch bei einem Publikum ankommen, das nicht schon vorher restlos von der Band überzeugt ist. Auch da gibt es Songs, die im Herzen und im Kopf bleiben, „Melatonin“ etwa oder auch die erste Vorab-Single „Überall waren Schatten“, in der sich auch der Albumtitel in einer Zeile wiederfindet.

Eine Tradition lassen sie wieder aufleben. So wird es wieder ein Jahresabschlusskonzert geben, wie schon in vielen Jahren zuvor in Köln. Bleibt zu wünschen, dass Jupiter Jones dann auf ein gutes Jahr zurückblicken können - leicht sind die Zeiten für Bands dieser Größe nicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So war’s bei Jupiter Jones in der „Luke“ – Ausverkauftes Konzert in Trier