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Trierer Dom in neuem Licht

Trierer Dom in neuem Licht

Es ist das größte Quattropole-Kunstprojekt für das Jahr 2012: Ab Montag, 7. Mai, sind die Projektionen der Künstler Katarina Veldhues und Gottfried Schumacher auf dem Trierer Dom zu sehen.

Trier. Original oder Fälschung? Diese Frage hat die Künstler Katarina Veldhues und Gottfried Schumacher nur am Rande berührt, als sie sich im Vorfeld der Wallfahrt mit dem Heiligen Rock beschäftigt haben. Sie haben sich der christlichen Reliquie aus einer anderen Perspektive genähert: "Uns hat die Stofflichkeit des Materials interessiert, das eine jahrhundertealte Geschichte hinter sich hat", erklärt Veldhues. "Die Tunika erschien uns auf den Bildern wie eine alte Haut, schrundig und vernarbt." Diese Assoziation war der Impuls für die künstlerische Beschäftigung, deren Ergebnis in den vergangenen Wochen bereits in den Quattropole-Städten Saarbrücken, Luxemburg und Metz zu sehen.
Die Kirchenfassaden dienen als Projektionsfläche für künstlerische Dias, die sich mit Haut im weitesten Sinne befassen. Angefangen bei der Oberflächenstruktur von Mikroorganismen bis hin zur Struktur menschlicher Haut ist die gesamte Kette der Evolution vertreten. "Der christliche Schöpfungsgedanke, aber auch die Verletzlichkeit der Haut sind für uns wichtige Koordinaten", erklärt Schumacher.
Wer dabei eine multimediale Lichtshow erwarte, werde allerdings enttäuscht sein, warnen die Künstler. Spektakulär seien die Projekte erst in ihrer Wirkung auf den Betrachter: "Das alltägliche und gewohnte Bild, das die Trierer von ihrem Domfreihof haben, wird mit Einbruch der Dunkelheit in eine Fremdheit überführt", erklärt Schumacher. Seit Anfang der Neunzigerjahre experimentiert das Paar mit Projektionen im öffentlichen Raum: monumentale Standbilder, die sie mit Hilfe von Hochleistungsprojektoren auf Gebäude werfen. Abbruchwände in Paris dienen ihnen dazu ebenso wie die Westfassade des Kölner Doms, die sie 1998 bestrahlten.
Das Bistum, so der Kulturbeauftragte Micha Flesch, sei "sehr dankbar" für diesen künstlerischen Beitrag zur Wallfahrt: "Nicht nur der Bezug zur Schöpfung, vor allem auch das grenzüberschreitende Konzept passt sehr gut zu unserem Motto ‚Und führe zusammen, was getrennt ist\'." kms

Projektionszeitraum: 7. Mai
bis 12. Mai, Dom St. Peter, Trier.
Beginn jeweils bei Einbruch der Dunkelheit.