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Trierer Philharmoniker: Goethes Faust ganz musikalisch

Trierer Philharmoniker: Goethes Faust ganz musikalisch

Trier. (gkl) Faust stand beim siebten Sinfoniekonzert im Trierer Theater im Focus des Geschehens. Generalmusikdirektor Siegfried Köhler, Ehrenmitglied des Trierer Klangkörpers, lenkte die Musiker durch das Werk.Ein großer Teil des Abends stand noch einmal ganz im Zeichen von Faust, zunächst mit der Ouvertüre zur gleichnamigen Oper von Louis Spohr, dann mit den "Entreactes und Gesängen zu Faust von Goethe" vom weitgehend unbekannten Weimarer Komponisten Franz Carl Adelbert Eberwein.

Zwar hat die Spohrsche Oper mit Goethes Faust nichts zu tun, Köhler aber hängte das Eberweinsche Opus fast nahtlos an Spohrs Ouvertüre an. Dadurch entstand ein gewaltiger Block, der die Geduld der Zuhörer schon auf eine Probe stellte.

Die kompositorischen Schwächen konnten weder von den bestens agierenden Vokalsolisten Evelyn Czesla, Andrea Azzurini und Peter Koppelmann, Carsten Emmerich und Alexander Trauth, sowie den Bassisten Pawel Czekala und Tim Heisse, noch von den Rezitatoren Antje-Kristina Härle, Michael Ophelders und Bruno Winzen überdeckt werden. Auch der Opernchor und seine Verstärkung durch den Kinderchor des Trierer Konzertchores konnte hier nichts ändern. Während sich die Kinder erfolgreich um eine respektable Leistung bemühten, musste man bei den erwachsenen Profis Tugenden wie intonatorische Reinheit und gemeinsames Absprechen von Silben allzu häufig vermissen.