Trierer Tänzerin auf Tuchfühlung mit Falco

Trierer Tänzerin auf Tuchfühlung mit Falco

Trierer Tänzerin Felizia Roth tourt mit Musical über österreichischen Star durch Deutschland. Heute Auftritt in Koblenz; am 25. April in der Saarlandhalle in Saarbrücken.

Üppig mit Spitzen besetzt das lange Rüschenkleid, die weiße Lockenperücke fällt bis auf die Schultern - Schönheitsfleck inklusive. Die Tänzerinnen schweben über die Bühne zu den Klängen von "Rock me Amadeus". Während Sänger und Schauspieler Alexander Kerbst den Falco-Hit aus dem Jahr 1985 performt, ist er umringt von Tänzern in schimmernden Kostümen.

Eine von ihnen: die Trierer Balletttänzerin Felizia Roth. Heute wird sie in "Falco - Das Musical" auf der Bühne der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle (Beginn: 20 Uhr) stehen - am Dienstag, 25. April, in der Saarlandhalle Saarbrücken - als Teil des achtköpfigen internationalen Tanz-Ensembles. "Es ist eine sehr interessante Erfahrung, wochenlang die gleiche Show zu tanzen", sagt sie. "Im letzten Jahr habe ich viel Organisatorisches gemacht." Wie etwa die Tanztheater-Produktion "Misa Tango" mit Reveriano Camil, die in Trier, Saarbrücken und Luxemburg zu sehen war. "Jetzt möchte ich einfach nur tanzen."

Besonders beeindruckend für Roth: "Ich habe nie zuvor vor so vielen Menschen getanzt." Immerhin 2000 Zuschauer waren es am 20. Januar in Kempten, als das Musical über den österreichischen Star Falco Premiere feierte. "Es läuft sehr gut. Das Publikum steht am Ende der Show. Wir geben drei Zugaben." Es gebe kaum noch Tickets. Und die ersten Zusatztermine stehen auch schon fest.

Gestern Köln (Lanxess Arena), heute die Rhein-Mosel-Halle in Koblenz und morgen Braunschweig. Die Tour führt das Musicalteam durch ganz Deutschland - allein in Berlin wird sie viermal an zwei Tagen im Admiralspalast zu sehen sein.
"Am Dienstag sind wir in Dresden", sagt Roth. "Darauf freue ich mich." Auch wenn ein kurzer Stadtbummel meist drin ist: "Ich sehe wenig von den Städten. Wenn wir angekommen sind, geht's meist erst ins Theater." Denn das Tournee-Ensemble müsse erst die neue Bühne checken und schauen, ob die Show oder die Tänze angepasst werden müssen. "Und dann müssen wir uns meist schon für den Auftritt fertig machen." Auch der laufe alles andere als entspannt: "Im ersten Akt sind wir durchgehend auf der Bühne oder ziehen uns um", sagt Roth. "Perücke auf, Perücke ab, Kostüm an, Kostüm aus." Der zweite Akt lasse den Tänzern zwar etwas mehr Luft, "aber die Tänze sind noch anspruchsvoller, so dass ich die Choreographie noch einmal durchgehe". Nach der Show geht es erneut in die Garderobe: "Umziehen, abschminken, dann in den Bus zum Hotel oder in die nächste Stadt. Und das jeden Tag."

Das sei zwar anstrengend, mache aber auch Spaß, sagt Roth. Und es sei eine prima Abwechslung zu ihrem Job in Trier, der überwiegend aus Organisieren für die kommenden Produktionen sowie Ballett- und Hip-Hop-Unterricht bestehe.
Zur Show kam Roth über ein anderes Engagement. Im vergangenen Sommer war sie beim Saarländischen Staatstheater Saarbrücken für das Musical "Paradise of Pain" engagiert, das Amy Share-Kissiov choreographiert hat. Die Australierin habe sie für das Falco-Musical zum Vortanzen eingeladen, sagt Roth. "Und ich habe den Job bekommen." Roth wird bis 4. Juni (Hamburg) dabei sein. Zurzeit sind Termine bis 11. Juni geplant. "Aber die Show wird noch länger laufen", ist Roth überzeugt. Sie selbst wird im Sommer wieder ihre Kurse an der Tanzschule aufnehmen und sich auf ein Revival der "Bleistiftmusik" vorbereiten, die im Herbst in der europäischen Kunstakademie in Trier zu sehen sein wird.STUDIUM IN ENGLAND UND EIGENE PRODUKTIONEN

Extra

(mehi) Nach ihrem Studium an der Nothern Ballet School in Manchester, England, war die Triererin Tänzerin Felizia Roth Compagniemitglied im Manchester City Ballet sowie dem European Ballet London. Ihre Ausbildung zur professionellen Tanzpädagogin avsolvierte sie mit der Royal Academy of Dance London. Seit 2010 ist Roth als freischaffende Tänzerin, Choreografin und Tanztrainerin tätig. Sie tanzte in mehreren Stücken von Reveriano Camil wie "Bleistiftmusik", "Der Rock", "Totentanz" und "Deine Schönheit" in Deutschland und Luxemburg. Sie ist Choreographin und Produzentin der Tanzstücke "1+1=3" und produzierte gemeinsam mit Camil im vergangenen Jahr "Tango Misa". Zudem tanzte sie als Gast im Theater Trier und im Staatstheater Saarbrücken.

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