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Trierer Theater ab heute unter neuer Leitung

Katharina John. TV-Foto: Archiv/Privat
Katharina John. TV-Foto: Archiv/Privat FOTO: (e_kultur
Trier. Karl Sibelius ist seit heute nicht mehr Intendant des Trierer Theaters. Die Stadt hatte entschieden, sich von dem Österreicher zu trennen, nachdem ans Licht gekommen war, dass das Haus 2016 ein Minus von 2,3 Millionen Euro macht.


Da es keine Gründe gab, die eine vorzeitige Entlassung juristisch rechtfertigen, erhält Sibelius, der bis 2020 verpflichtet wurde, eine Abfindung in Höhe von 300 000 Euro.
Geleitet wird das Haus nun von Verwaltungsdirektor Herbert Müller und Operndirektorin Katharina John. Das Rathaus gibt derzeit keine Auskunft, wie es um die Suche nach einem neuen Intendanten steht. Entschieden sei noch nichts. Man warte ab, ob Kulturdezernent Thomas Egger am 12. Dezember abgewählt wird.
Mit dem Hinweis auf mögliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gibt der seit Wochen erkrankte Sibelius keine Interviews.
Die Trierer AfD hatte Strafanzeige gegen ihn und Egger erstattet. Sie wolle wissen, ob gesetzliche Bestimmungen missachtet wurden. Die Staatsanwaltschaft wird dies prüfen, sobald ihr der Rechnungsprüfungsbericht vorliegt. Auch, weil das interne Dokument an die Presse weitergegeben wurde, läuft ein Ermittlungsverfahren.
"Eins ist meinem Mandanten wichtig: Die Trierer sollen das Theater und die Menschen, die es lebendig halten, unterstützen und es besuchen", teilt der Rechtsanwalt des scheidenden Intendanten mit. "Ich hoffe sehr, dass es dem Theater mit neuer Leitung besser geht", sagt Sibelius selbst, der plant, in der Region zu bleiben, bis die rechtlichen Fragen geklärt sind.
Der Trierer Stadtrat und Staatsanwalt Thomas Albrecht rechnet nicht damit, dass die Ermittlungen strafrechtliche Konsequenzen haben. Auf Facebook zitiert er den Vorsitzenden Richter im Prozess gegen Ex-Finanzminister Ingolf Deubel: "Die Verschwendung von Steuergeldern ist nicht strafbar." Mos