| 13:52 Uhr

Trierer Theaterkrise: Zehn Schauspieler und weitere Mitarbeiter gehen im Sommer

Theater Trier. TV-Foto/Archiv: F. Vetter
Theater Trier. TV-Foto/Archiv: F. Vetter FOTO: Friedemann Vetter (ClickMe)
Trier. Zehn Schauspieler und zwei Mitarbeiter werden das Theater Trier zum Ende der Spielzeit verlassen. Das teilte das Theater am Freitagmittag mit. red

Das Theater Trier steht nun auch personell vor einer Zäsur. Neun Mitglieder des Schauspielensembles, die seit 2015 am Theater Trier engagiert sind, haben sich entschieden, auf eine Vertragsverlängerung zu verzichten und das Theater Trier mit Ende der laufenden Spielzeit zu verlassen. Das hat das Theater mitgeteilt. Ein weiteres Engagement ende vertragsgemäß ebenfalls mit Ende der laufenden Spielzeit. Darüber hinaus beenden zwei Mitarbeiter der Schauspielsparte aus Dramaturgie und Regieassistenz ihr Engagement. Aus dem Ensemble werden nach TV-Informationen zwei Schauspieler bleiben, nämlich Barbara Ullmann und Klaus-Michael Nix.

Damit könnte der Konflikt am Trierer Theater ein Ende finden. Denn auch Schauspieldirektor Ulf Frötzschner verlässt das Haus zum Ende der Saison. Er war von Ex-Intendant Karl Sibelius nach dem Eklat um das Stück "Die rote Wand" gefeuert worden, wogegen er sich vor dem Bühnenschiedsgericht erfolgreich wehrte. Mit der Stadt einigte er sich dann darauf, für die Spielzeit 16/17 zurückzukehren und das Haus im Sommer mit einer Abfindung von 50 000 Euro zu verlassen. Obwohl er gerne noch länger geblieben wäre, hatte sich das neue Führungsteam gegen ihn entschieden. Entsprechend groß war der Unmut in großen Teilen des Ensembles. Infolgedessen kam es zu etlichen Krankheitsfällen, so dass die Premiere von "Steppenwolf" verschoben werden musste.

Frötzschner wird demnächst abgelöst von der Regisseurin Caroline Stolz, die im Sommer die Leitung der Schauspielsparte übernimmt. Sie ist derzeit künstlerische Direktorin für Oper und Schauspiel am Theater Pforzheim.

Im Frühjahr will die Stadt die Intendantenstelle neu ausschreiben - diesmal mit rein künstlerischen Befugnissen, denn für die Finanzen bleibt der Verwaltungsdirektor verantwortlich.
aheu/red/mos