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Trierer Zauberflöte bundesweit preisgekrönt

Evelyn Czesla, Amadeu Tasca und die Schüler der Porta-Nigra-Schule geben eine hervorragende Vorstellung ab. TV-Foto: Friedemann Vetter
Evelyn Czesla, Amadeu Tasca und die Schüler der Porta-Nigra-Schule geben eine hervorragende Vorstellung ab. TV-Foto: Friedemann Vetter
Trier/Leipzig. Riesen-Erfolg für die gemeinsame Aufführung von Mozarts Zauberflöte durch das Trierer Theater und die Porta-Nigra-Förderschule der Lebenshilfe: Im Leipziger Gewandhaus verlieh eine Experten-Jury dem Projekt den "Junge-Ohren-Preis 2013". Dieter Lintz

Trier/Leipzig. Diese Auszeichnung wird von einem Netzwerk verliehen, das unter anderem vom Bundesjugendministerium und dem Deutschlandradio Kultur unterstützt wird. Es vergibt Preise in insgesamt fünf Kategorien. Die Zauberflöte gewann als Musterbeispiel für ein Theater-Projekt, das die Teilhabe unterschiedlicher Menschen und Gruppen ermöglicht.
Die Trierer setzten sich gegen etliche Bewerber durch. Die Jury hob die außergewöhnliche Zusammenarbeit zwischen den 80 geistig behinderten Schülern und dem Theater-Ensemble heraus. Das Regiekonzept sei "ebenso fantasie- wie humorvoll gestaltet" und mache es möglich, "die Kinder mit ihren teilweise kaum vorhersehbaren Reaktionen einzubinden". Ihr Fazit: "Ein Projekt, das an anderen Häusern Schule machen sollte."
Die Schüler hatten monatelang mit den - größtenteils ehrenamtlich engagierten - Theaterkünstlern geprobt. Sie konnten als Darsteller die Handlung mitgestalten, aber auch eigene Talente präsentieren. Das Trierer Publikum bejubelte im Mai und Juni zwei restlos ausverkaufte Vorstellungen im Großen Haus - mehr waren im Theaterspielplan leider nicht unterzubringen.
Der Erfolg der Zauberflöte hatte sogar Einfluss auf die Trierer "Theater-Diskussion": Dass der Stadtrat künftig im Theater häufiger Projekte "soziokultureller Art" sehen will, wurde auch mit den positiven Erfahrungen bei der Mozart-Oper begründet.
Bei der Preisverleihung im berühmten Leipziger Gewandhaus waren mit Regisseur Jean-Pierre Lamperti, Generalmusikdirektor Victor Puhl und dem Initiator Gerd Dahm von der Porta-Nigra-Schule die "Väter" des Projektes mit von der Partie.