Triers Oberbürgermeister verteidigt Abfindung für Karl Sibelius

Triers Oberbürgermeister verteidigt Abfindung für Karl Sibelius

Die 300 000 Euro teure Trennung von Ex-Intendant Karl Sibelius schlägt weiterhin hohe Wellen. Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Verwaltungsdirektor Herbert Müller stellen sich den Vorwürfen - und betonen, dass es noch sehr viel schlimmer hätte kommen können.

Das Kapitel Karl Sibelius wird Triers Wohnzimmer, Fraktionssitzungen, Theken und Internet-Kommentare noch viele Jahre beeinflussen. In der Verantwortung des ehemaligen Generalintendanten ist ein millionenschweres Defizit entstanden. Die Stadt Trier rang sich schließlich zur Trennung durch, zahlte Sibelius aber eine Abfindung in Höhe von 300 000 Euro .

Hätte Trier sich das nicht sparen können? Diese Frage prägt die Debatte, die vor allem im Internet immer mal wieder aggressive Formen annimmt. Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) bestätigt: "Ich kriege im Moment wirklich auf die Mütze." Man sieht ihm die Erschöpfung an. "Aber ich kann mit den Vorwürfen leben. Ich kann sie sogar widerlegen, denn wir sind mit unserer Lösung richtig gut weggekommen."

Richtig gut? Das bedarf der Erklärung. Hier springt Herbert Müller ein, früherer Dezernatskontroller und seit Oktober Verwaltungsdirektor des Trierer Theaters. "Herr Sibelius hatte zwei befristete Verträge von jeweils einem Jahr", bestätigt Müller. Hätte man den zweiten dieser Verträge denn nicht, den politischen Willen und Rückhalt im Stadtrat vorausgesetzt, einfach auslaufen lassen können, ohne dass Sibelius daraus Ansprüche entstanden wären? "Ganz klar nein", sagt Müller. Denn die Stadt habe Sibelius einen Vertrag bis 2020 mündlich in Aussicht gestellt, verbunden mit einer Überführung des Theaters in eine Anstalt öffentlichen Rechts (AÖR).

Fazit: Hätte die Stadt diese Vereinbarung nicht eingehalten und den Vertrag auslaufen lassen, hätte Sibelius auf Schadenersatz klagen können. Dessen Höhe lässt sich errechnen: Sibelius' damaliges Grundgehalt von 11 700 Euro über vier Jahre bis 2020 - das ergibt 561 600 Euro.

"Diese Problematik haben wir dem Kulturausschuss und dem Stadtrat vor der Entscheidung über den Vertrag im Detail so dargelegt", betont Müller. Leibe ergänzt: "Wir retten, was zu retten ist."

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