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Trio con brio Copenhagen spielt in Trier

Konzert : 5. Kammerkonzert: Abenteuer im Reich der Klänge

Das Trio con brio Copenhagen gastiert am Mittwoch im 5. Trierer Kammerkonzert im Kurfürstlichen Palais.

Der Name des Ensembles verspricht allerhand. „Die schöne Bezeichnung „con brio“ bedeutet ja: mit Lebhaftigkeit, mit Schwung. Und das Trio con brio Copenhagen, das sich am Mittwoch (4. März, 20 Uhr) im 5. Trierer Kammerkonzert vorstellt, will mit diesem Titel wohl sagen: Wir halten uns nicht mit musikalischem Kleinklein auf, sondern greifen musikalisch zu großen Gesten. Verfehlt ist das bei Beethoven ganz sicher nicht. Sein Trio op. 70,1 beginnt bereits mit einem „Allegro vivace e con brio“.

Wodurch Beethoven die Unterschiede zwischen den lebhaften Ecksätzen und dem langsamen, fast gedehnten Mittelsatz noch verschärft. Dieser Satz hat übrigens dem Werk die Bezeichnung „Geistertrio“  eingetragen. Immer wieder erscheint die Vorschrift „sotto voce“ in der Partitur – „mit leiser Stimme“. Und im Klaviersatz löst Beethoven dann – wahrhaft geisterhaft – alle Klangkonturen in 64-tel auf.

Auch wenn Tschaikowsky im Titel seines Klaviertrios op. 50 die „con brio“-Formel meidet – energisch, lebendig und schwungvoll ist sein Klaviertrio op. 60 allemal. Tschaikowsky hat das Werk dem Freund und Förderer Nikolaj Rubinstein gewidmet. „A la mémoire d’un grand Artiste“ – dem Andenken eines großen Künstlers, heißt es in der Partitur. Es mag sein, dass der große sinfonische Impuls gelegentlich leer läuft. Aber das „Tema con  Variazioni“ an zweiter Stelle ist hoch ambitioniert und für Interpreten wie Hörer höchst anspruchsvoll. In der 8. Variation, einer groß angelegten Fuge, erweist sich Tschaikowsky als Meister kontrapunktischer Schreibweise. Und das gewichtige „Allegro risoluto e con fuoco“ gegen Ende hat deutlich den Charakter eines eigenständigen Satzes.

Bent Sörensen, Jahrgang 1958, gilt als führender Komponist Dänemarks. Kritiker rühmen in seinen Kompositionen die „dichten polyphonen und polyrhythmischen Strukturen“ und einen „hohen Grad an klanglicher Nuancierung“. Seine „Phantasmagoria“ entstand im Jahr 2007. Der Komponist schreibt dazu: „Mein Klaviertrio ‚Phantasmagoria‘ ist ein Schattenspiel in der Dunkelheit, wo Konturen von Personen und Musik, Stimmen und Instrumenten hintereinander uns als Abenteuer begegnen.“ Das könnte spannend werden.

5. Trierer Kammerkonzert, Mittwoch, 4. März, 20 Uhr im Kurfürstlichen Palais. Werke von Sörensen, Beethoven und Tschaikowsky. Trio con brio Copenhagen. Kartenverkauf im  Trierer Musikhaus Kessler, über ticket regional oder an der Abendkasse. Für Studierende an Hochschule oder Universität Trier Eintritt frei (Di-Mi-Do-Projekt)