Triumphaler Abend

Welch eine Hingabe. Welch eine Tiefe, mit der Geigerin Julia Fischer sich in Luxemburg dem Solopart des Violinkonzerts, Opus 53B, von Antonin Dvorák widmete.

Sie ist eine große Virtuosin mit einer Technik, die dem Zuhörer schlicht die Sprache verschlägt. Aber das war letztendlich zweitrangig. Viel wichtiger war es, wie tief sie die musikalische Seite durchdrang. Ganze Geschichten erzählte sie mit wundervollem Ton, wusste ihr Publikum für sich einzunehmen und in Spannung zu versetzen. Fischers Auftritt in der Philharmonie war wieder einmal ein Triumph. Diesen konnte sie nicht zuletzt deshalb feiern, weil sie mit dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg (OPL) unter Emmanuel Krivine einen bestens vorbereiteten Klangapparat an ihrer Seite hatte. Absolut verlässlich agierte das OPL. Nicht weniger eindrucksvoll war nach der Pause Igor Strawinskys Burleske "Petruschka". Die einzelnen Register des OPL schienen sich gegenseitig in Präzision und Spiellaune überbieten zu wollen. Deutlich zurückhaltender war die Zustimmung des Publikums beim eröffnenden Werk des Abends, Pascal Dusapins "Uncut" von 2009. Manch einer wird sich gefragt haben, was das denn war, das sich da elf Minuten lang auf die Zuhörer ergoss. Es war nicht wirklich zu ergründen. Gerhard W. Kluth