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Tschaikowski trifft Ravel und Offenbach

Tschaikowski trifft Ravel und Offenbach

TRIER. (chj) Für Ballettfreunde sind ab morgen alle guten Dinge drei. Sergey B. Volobuyev zeigt im Trierer Theater die Einakter "Romeo und Julia", "Gaîté Parisienne" und "Boléro".

Drei Dinge auf einmal gibt es nicht nur in Überraschungseiern. Sergey B. Volobuyev, Leiter des Ballettensembles im Trierer Theater, bringt morgen, Sonntag, zum ersten Mal drei verschiedene Einakter auf die Bühne. Von zwei Pausen unterbrochen, zeigt er Tschaikowskis "Romeo und Julia", Offenbachs "Gaîté Parisienne" und Ravels "Boléro". Nicht nur für die meisten Besucher wird dies eine neue Erfahrung sein. Auch für Volobuyev, der bisher vorwiegend mit Handlungsballetten arbeitete, ist dieses Projekt eine Premiere. "Ich habe den Wunsch, meinem Publikum immer neue Facetten von Tanz vorzustellen. Das bezieht sich sowohl auf Bewegungsästhetik als auch auf die Inhalte", sagt der Choreograph. Die Chancen stehen gut, dass sich dieser Anspruch erfüllen wird. Volobuyev hat beispielsweise die Handlung von "Romeo und Julia" auf 25 Minuten komprimiert. Doch damit nicht genug. Auch beschreibt er die Liebesgeschichte aus einer völlig neuen Perspektive. Vieles spielt sich in der Erinnerung Romeos ab. Die Gründe für diese Umstellung sind assoziativer Natur. "Ich habe mich ganz und gar von der Musik Peter Tschaikowskis leiten lassen." Mit viel Phantasie ging Volobuyev auch an die beiden anderen Stücke. "Boléro" verlegte er in eine südländische Fabrik, in der gerade Siesta gehalten wird. Die Belegschaft wird im Schlaf von den sich immer wiederholenden Handgriffen am Fließband verfolgt und kommt nicht richtig zur Ruhe. Erst durch Tanz können sie ihren Stress abbauen. Nicht nur inhaltlich, sondern auch stilistisch sind die Einakter völlig verschieden. Während in "Gaîté Parisienne" klassisch getanzt wird, bekommen die Zuschauer in "Boléro" abstrakten Ausdruckstanz zu sehen. Für die 13 Tänzer und Tänzerinnen bedeutet dies eine große Herausforderung. Sie müssen sich nicht nur mehrfach umziehen und neu schminken, sondern auch auf die jeweils neue Rolle einstellen. Musikalisch unterstützt wird das Ensemble vom Städtischen Orchester. Ein Grund mehr für Volobuyev, sich besonders auf den Abend zu freuen. "Auf die Besucher warten kleine, kompakte Spektakel." Premiere ist am Sonntag, 29. Februar, um 19.30 Uhr im Großen Haus; Karten: 0651/718-1818.