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Um die Welt in 80 Tagen: Familienstück lockt ins Trierer Theater

Um die Welt in 80 Tagen: Familienstück lockt ins Trierer Theater

Ein Banküberfall, eine verrückte Wette, eine Prinzessin in Not und turbulente Abenteuer: Das Trierer Theater zeigt ab Sonntag Jules Vernes berühmte Reise um die Erde in 80 Tagen. Die Regisseurin verspricht Unterhaltung für die ganze Familie. Mehr noch: poetisches Theater, bei dem es wirklich aufs Schauspiel ankommt.

London, 2. Oktober 1872. London ist in Aufruhr, die Zeitungen drucken Extraausgaben. Denn 55.000 Pfund wurden aus dem Tresor der Bank of England geraubt! Doch das sind noch lange nicht alle großen Nachrichten: Kurz nach dem Banküberfall bricht der englische Gentleman Phileas Fogg zu einer Reise um die Welt auf. Er verspricht, in nur 80 Tagen wieder zurück zu sein und löst bei den Londonern damit ein großes Wettfieber aus. Flugzeuge oder schnelle Autos gibt es damals schließlich noch nicht. Kann er das in 80 Tagen schaffen? Gebildet, reich und immer pünktlich ist Fogg ja, aber auch jung und unerfahren. Ob das mal gut geht?

Nicht nur Kinder ab sieben Jahren, ganze Familien will Regisseurin Annette Raffalt ab Sonntag mit der diesjährigen Weihnachtsgeschichte "In 80 Tagen um die Welt" ins Trierer Theater locken. Eine Geschichte, die Kinder (und Erwachsene) schon lieben, seit Jules Verne sie 1873 in seinem Roman veröffentlichte.

Schließlich ist so eine riesige Reise riskant! Und tatsächlich erleben der Engländer (Julian Michael Boine) und sein pfiffiger Diener Passepartout (André Meyer) viele Abenteuer: Seestürme, Indianerüberfälle und eine gefangene indische Prinzessin bringen den genau berechneten Zeitplan ganz schön durcheinander. Zudem werden sie von dem mysteriösen Mr. Fix (Nadia Migdal) verfolgt, einem britischen Detektiv. Dieser glaubt, dass Fogg der entflohene Bankräuber ist. Und dann gibt es auch noch eine Liebesgeschichte zwischen dem reichen Reisenden und der befreiten Prinzessin (Juliane Lang). Anders als im Roman ist die Inderin eine starke emanzipierte Frau, die den verklemmten Engländer erobert.Eine spielende Zeitungstruppe

Damit das Publikum immer genau weiß, wo die Abenteurer mit (angedeuteten) Ballons, Schlitten, Schiffen, Kamelen oder Zügen gerade unterwegs sind, gibt es die "Papergirls" - eine singende, spielende Truppe von Zeitungsjungen und -mädchen, die den Zuschauern brandaktuell von den verrückten Erlebnissen der Weltfahrer berichten (Gina Haller, Gitte Reppin, Claudio Gatzke). Die drei werden aber auch Teil der Handlung, sie schlüpfen in verschiedene Rollen, sind mal Polizist, mal Indianer. Die Kostüme (Ele Bleffert) passen zum 19. Jahrhundert, das Bühnenbild (Stephanie Muther) ist schlicht.
"Ich mag Theater, bei dem es wirklich aufs Schauspiel ankommt", sagt Raffalt. Das Ensemble müsse alle spielerischen Mittel ausschöpfen. "Ich bin hin und weg, mit welcher Spielfreude und Kraft sie das tun", betont die Regisseurin, die mit ihrem Mann Peter Raffalt 2009 die Jugendsparte des Wiener Burgtheaters gründete und dort bis 2016 arbeitete. Da sie zuvor elf Jahre in Trier gelebt und in der Tufa ihre ersten Inszenierungen auf die Bühne gebracht hat, wird Foggs Reise um die Welt für sie zu einer Art Heimspiel.Regisseurin kommt aus Wien

Ein "aufgedrücktes Kinderbespaßungsprogramm" sei nicht ihr Ding, sagt Raffalt. Sie mag "geheimnisvolles, magisches, poetisches Theater". Man kann also gespannt sein. Foggs Uhr tickt. Werden die Abenteurer es schaffen, rechtzeitig in London anzukommen?

Anders als in der Vorsaison soll das Familienstück nicht nur 25, sondern 40 Mal zu sehen sein - was der Theaterbilanz guttun dürfte. Premiere ist am Sonntag, 13. November, um 16 Uhr im Großen Haus - noch sind zahlreiche Karten zu haben.

Weitere Termine sind am 15., 19., 21., 29. und 30. November, 1., 2., 5., 11., 17., 19., 20., 21. und 29. Dezember, 30. Januar, 2. und 5. Februar, 13. März 2017. Zusätzliche Termine werden noch bekanntgegeben. Infos und Karten gibt es unter www.teatrier.de sowie an der Theaterkasse, Telefon 0651/7181818.