Und der Himmel hängt voller Flaschen

Und der Himmel hängt voller Flaschen

Einen originellen wie kurzweiligen Musik- und Comedyabend hat das Glas Blas Sing Quintett rund 120 Besuchern in der Tufa Trier geboten. Die mit Kleinkunstpreisen ausgezeichneten und mit eigener Sendung im Fernsehen vertretenen Berliner "Flaschenmusiker" stellten ihr Programm "Keine Macht den Dosen" vor.

Trier. Männer im Frack und Beethovens 5. Sinfonie - die Besucher im großen Saal der Tufa könnten sich beim Auftakt zu einem klassischen Konzert wähnen. Doch da ist kein großes Orchester auf der Bühne, sondern eine Gruppe von fünf Männern, die in unterschiedlich hoch mit Wasser gefüllte Flaschen blasen. Wer das selbst schon einmal ausprobiert hat, kann nur über die Perfektion der erzeugten Klänge staunen. Jeder Ton sitzt.
"Wie klingt Leergut? Sehr gut!", bestätigt denn auch eine Zeile aus dem nächsten Lied, in dem sich David Möhring, Andreas Lubert, Jens Tangermann, Jan Lubert und Frank Wegner zu ihrer Leidenschaft bekennen: "Sehn wir eine Flasche, ist die Neugier gleich geweckt".
Ganz egal ob PET-Wasserspender, Schnaps- oder 0,3-Liter-Longneck-Bierflasche, jedes zuvor selbst ausgetrunkene Behältnis wird in ihren Händen zum Instrument.
Neben den schon erwähnten unterschiedlich gefüllten "Blasflaschen" bespielen sie unter anderem Wasserspender-Base- und Snare-Drum, Jägermeisterxylofon, Plastikflaschentuba oder Kümmerling-Piccolo-Panflöte. Da wird geblasen, geschlagen oder mit dem feuchten Daumen im Flaschenhals geploppt, bis der Saal bebt. Die nach eigenem Bekunden "am Brauhaus in Dessau Ausgebildeten" liefern Fetziges und Satirisches quer durch Genres wie Blues, Hiphop, Klassik, Rock\'n\'Roll, Samba oder bayerisches Volkslied.
Zur Umrahmung beziehen sie auch Fremdinstrumente wie Ukulele, Rezeptionsglocke oder Luftballon ein. Abgerundet wird das Ganze durch A-cappella-Gesang. Besungen wird "Mein kleines grünes Fläschchen", der Ausflug des Hauskaters auf dem "Katzenrad", die "Muckerstarre" oder "Die da". Das macht zusammen mit pointierten Moderationen, clownesken Einlagen oder gar einem Kurzkurs im Harzer Heimatdialekt der fünf, richtig Spaß. Die Zuschauer kommen aus dem Lachen nicht heraus. ae

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