Und ewig lockt der Eidechsen-König

Und ewig lockt der Eidechsen-König

In jedem Monat präsentiert TV-Reporter Andreas Feichtner seine persönlichen Konzerttipps. Im Juli macht er sich Gedanken über den 40. Todestag von Jim Morrison. Dessen frühere The-Doors-Kollegen Krieger und Manzarek spielen am 15. Juli in Köln.

Trier. Wie morbide ist eigentlich Friedhofstourismus? Erinnert man sich nicht besser an einen Musiker mit seiner Musik in den Ohren, egal wo, als mit seinem Grabstein vor den Füßen? Am Sonntag vor 40 Jahren starb The-Doors-Sänger Jim Morrison. Eine Rock-Ikone, Sex-Symbol, selbst ernannter "Lizard King", der König der Eidechsen.
Der Dichter und Sänger ist im ewigen Pop-Kanon nicht ganz so unumstritten wie Jimi Hendrix und Janis Joplin, die sich ein paar Monate zuvor in den inoffiziellen "Club 27" für die Ewigkeit immatrikuliert hatten. Die genauen Umstände seines Todes konnten nie genau rekonstruiert werden - das brachte wie vorher bei Hendrix und 1994 beim ebenfalls mit 27 Jahren gestorbenen Kurt Cobain die üblichen Verschwörungstheorien mit sich. Aber Klarheit ist auch tödlich langweilig. Den Satz hätte James Douglas Morrison vermutlich auch unterschrieben.
Nur fünf Personen waren bei Morrions Beerdigung. Aber Jahrzehnte später pilgern immer noch Millionen Morrison-Fans nach Paris zum Friedhof Père-Lachaise. Dort liegen Chopin und Oscar Wilde, die Callas, die Piaf und Claude Chabrol. Alle nur ein paar Gassen weiter. Aber die Meute will Morrison. Und dann geht\'s weiter zu McDonald\'s. Das ging mir zumindest so. Als 19-Jähriger, damals glühender Verfechter des Herdentriebs.
The Doors kann man sich auch heute noch gut anhören - aber eine Show ohne Jim Morrison? Da bin ich skeptisch. The-Doors-Gitarrist Robbie Krieger und Organist Ray Manzarek versuchen es aber weiter. Ihre Tour beginnt am Sonntag in Paris - nicht auf dem Père Lachaise. Am 15. Juli steht ein Auftritt im Kölner E-Werk an.
Festivals: Im Juli gibt es eine bunte Mischung an kostenlosen Open Airs in der Region. Heute geht die R(h)einkultur in Bonn (Rheinaue) in die nächste Auflage - mit Bands auf fünf Bühnen. Auf dem Programm stehen unter anderem Jupiter Jones, Razorlight, Dick Brave und The Subways. Zugnummer beim Rock-um-Knuedler (Luxemburg-Stadt) ist die schottische Band Texas. Am kommenden Sonntag (10. Juli) steht im Rahmen des Moselfests in Zurlauben ein elektronisches Festival an, Electronic River. Zugnummer dort ist das Hamburger Duo Moonbootica.
Nicht umsonst, aber auch nicht sonderlich teuer ist das Riez-Open-Air (29./30. Juli) in Bausendorf-Olkenbach. Dort stehen in diesem Jahr unter anderem Mikroboy, Bouncing Souls, Strung Out und Stick To Your Guns auf dem Programm. Am gleichen Wochenende spielen bei der 2. Auflage des Rockville-Festivals in Kirf (bei Saarburg) zehn Bands - mit Boy Hits Car und 4Lyn an der Spitze. Noch ein paar Nummern größer ist das Sonisphere-Festival am 8./9. Juli in Amneville bei Metz. Dort werden unter anderem Metallica, Slayer, Slipknot und Dream Theater auftreten. Nicht ganz so hart wird es am 10. Juli am Losheimer See - dort hat sich James Blunt angekündigt. Ein schönes Ambiente bietet auch die Abtei Neumünster in Luxemburg, wo am 13. Juli PJ Harvey auftreten wird. Der ebenfalls dort geplante Auftritt von Foals ist ins "Atelier" verlegt worden.
In der Europahalle Trier ist am 15. Juli der deutsche Durchstarter Philipp Poisel zu Gast. Im Vorprogramm spielt Tim Bendzko.Mehr Tipps im Juli:Esch/Lux: Journey / Foreigner (vorverlegt auf 5. Juli), B.B. King (7. Juli), Cyndi Lauper (9. Juli)., Monster Magnet (11. Juli), Kettcar (12. Juli ), Prince (13. Juli), Morcheeba (18. Juli, alle Rockhal) Luxemburg, Den Atelier: Brandon Flowers (The Killers) und Fran Healy (Travis) am 7. Juli. St. Goarshausen, Loreley: Night of the Prog (Dream Theater, Eloy, Anathema, 8./9. Juli). Trier: Exhaus: 16. Juli, Summerblast-Festival, 3. August Pennywise

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