Unfreiwilliger Anzeigen-Auftritt: Autor Jacques Berndorf wehrt sich gegen Nürburgring GmbH

Unfreiwilliger Anzeigen-Auftritt: Autor Jacques Berndorf wehrt sich gegen Nürburgring GmbH

Krimiautor Jacques Berndorf (Michael Preute) und sein Verlag prüfen rechtliche Schritte gegen die Nürburgring GmbH. Der Grund: eine Zeitungsanzeige, in der ungefragt ein Foto von Preute verwendet wurde.

Da wunderten sich doch viele Leser: Michael Preute, alias Jacques Berndorf, bekannt kritischer Begleiter des Projekts "Neuer Nürburgring", lässt sich für Anzeige der Ring-GmbH einspannen?

Wer am Dienstag dieser Woche in den TV schaute, hätte diesen Eindruck gewinnen können: Mehr als eine Viertelseite groß blickt dort -und in anderen Zeitungen - der Autor, seinen jüngsten Roman ("Die Nürburg-Papiere") in der Hand, dem Leser entgegen. Daneben steht der Satz: "Wir freuen uns, wenn wir die Fantasie anregen." Darunter, etwas kleiner: Der Nürburgring - stark für die Region." Und im ganz Kleingedruckten schickt die Nürburgring GmbH dem Autor noch eine Gratulation für seinen Bestseller hinterher.

"Ich hab gelacht", sagt Preute zwei Tage später im Gespräch mit dem TV. "Ganz einfach, weil ich gedacht habe: Endlich hat bei denen einer mal eine pfiffige Idee."

Doch dann stellte er fest, dass viele Leser das anders sahen: "Die Anzeige hat dazu geführt, dass ich unermüdlich telefonieren muss. Die Leute fragen sich: Was hat er denn dafür gekriegt? Und an der Stelle hab ich viel zu verlieren." Es sei nun einmal so, dass er für die Eifel stehe "und für alles, was für die Eifel gut ist". Aber beim Nürburgring "ist ja nun nichts rausgekommen".

Kurz: "Meine Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel." Und deshalb sei er der Meinung, "dass wir da ganz hart und ganz schnell zurückschlagen müssen."

So sieht es auch Preutes Verleger Ralf Kramp (KBV): "Nicht mal ansatzweise" sei man mit der Anzeige einverstanden. "Ich habe sofort gewusst, dass das kein Mensch auseinanderhalten kann, der nicht in der Sache drin ist. Die Leute werden sofort glauben, dass er dafür ein Honorar bekommen hat. Die Anzeige ist so gestrickt, dass jeder glauben muss, er werbe jetzt für den Nürburgring."

Die Nürburgring GmbH vertritt eine andere Auffassung: Es sei zwar "in der Tat so, dass wir ihn nicht um Erlaubnis gefragt haben", sagt Pressesprecherin Stefanie Hohn. Aber erstens sei das Foto bei einer öffentlichen Veranstaltung gemacht worden. Und zudem sei die Anzeige "natürlich mit einem kleinen Augenzwinkern verbunden". Dass viele das nicht verstünden, "darauf haben wir keinen Einfluss".

Preute ist der Humor vergangen: "Ich bin nicht käuflich. Das kann ich einfach nicht auf mir sitzen lassen. Das ist ein unglaubliches Ding."

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