Unglaubliche Altstimme

Unglaubliche Altstimme

Wittlich . (gkl) Der Pianist Michael Gees ist in Wittlich ein gern gesehener Gast. Spätestens seit dem Liederabend mit Schuberts Winterreise gilt dies auch für die Altistin Ingeborg Danz.

In der Ankündigung hatte es geheißen, das Konzert in der Synagoge sei eine Sensation. Dem kam man so nicht zustimmen. Es ist zwar immer etwas Besonderes, wenn die Winterreise von Franz Schubert auf einem Programm erscheint, aber sensationell ist es nicht. In der Tat war es aber etwas Besonderes, dass in Wittlich mit Ingeborg Danz eine Frau sich der Vertonungen der Texte von Wilhelm Müller annahm, aber auch diesem Umstand fehlte die Einzigartigkeit, die aus dem Abend eine Sensation gemacht hätte. So ganz Unrecht jedoch hatte der Veranstalter mit seiner Ankündigung jedoch nicht, wenn man von der Bedeutung des Wortes ausgeht. Das Konzert war durchaus ein Glanzpunkt, eine Attraktion. Danz war mit dem Pianisten Michael Gees an die Lieser gekommen. Die Musiker gestalteten die Nummer 911 des Deutschverzeichnisses auf eine Art, wie man sie nur selten erlebt. Man kennt die Winterreise, doch hier war sie etwas anders. Das lag nicht nur daran, dass die Texte von einer unglaublichen Altstimme in den Raum getragen wurden. Das Instrument von Danz verfügte über einen Umfang und einen Farbreichtum, der einem schier den Atem verschlug.

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