"Unkluges Verhalten"

"Unkluges Verhalten"

TRIER. (DiL) Zu einer heftigen Kontroverse im Kulturausschuss hat erneut die kurzfristige Ausschreibung der Stelle des Trierer Generalmusikdirektors (GMD) geführt. Viele Ausschussmitglieder monierten, in die Festlegung der Stellenbeschreibung nicht eingebunden worden zu sein.

Das sei "ein sehr unkluges Verhalten" gewesen, kritisierte UBM-Sprecher Hermann Kleber. Schließlich brauche man die gleichen Ratsfraktionen, die man vor den Kopf gestoßen habe, in der Findungskommission für den neuen Musikchef. Bei Ausschreibungen sei es "eine ganz entscheidende Frage", wie man das Stellenprofil festlege. "Deshalb haben wir das beispielsweise bei der kürzlich ausgeschriebenen Dezernentenstelle "sehr ausführlich diskutiert". Das sei etwas anderes, sagte Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink. Bei der Besetzung der GMD-Stelle habe der Oberbürgermeister das Initiativ-Recht, das gewählte Verfahren entspreche den Formulierungen der Gemeindeordnung. Damit mochte sich Gerd Dahm (Bündnis 90/Die Grünen) nicht zufrieden geben. Es gehe nicht um Formalitäten, sondern um die politisch gewollte Einbeziehung des Rates. "Ihre Vorgehensweise ist völlig ungeeignet, eine gedeihliche Zusammenarbeit zu fördern", betonte Dahm. "So hätte es nicht laufen dürfen", schloss sich auch SPD-Sprecher Peter Spang in der emotional geführten Debatte der Kritik an. Die Fraktionen seien "kalt erwischt worden". CDU-Ratsfrau Adele Lösel warf die Frage auf, "wie denn in dieser schwierigen Konstellation die Zusammenarbeit zwischen Intendant und GMD künftig funktionieren soll". Holkenbrink verteidigte noch einmal das Prozedere, das mit Intendant Gerhard Weber abgestimmt sei, aber "auch mit dem neuen Oberbürgermeister Jensen". Eine Bemerkung, die im Ausschuss ebenso für verwunderte Blicke sorgte wie die Aussage von Verwaltungsdirektor Werner Reichert, durch den Text der Ausschreibung ergebe sich "eigentlich gar keine Veränderung gegenüber dem Status Quo". Peter Spang verwies auf die bisherige Dienstordnung, die dem GMD lediglich die "Verpflichtung" zuwies, "bei der Spielplangestaltung im Musiktheater mitzuwirken". Der künftige Chef hingegen soll laut Ausschreibung "alle Aufgaben der Planung und Realisierung der Musiktheateraufführungen inklusive der Antikenfestspiele in Zusammenarbeit mit dem Intendanten übernehmen". Gerd Dahm schlug vor, "nach Sichtung der Bewerberlage" im Ausschuss noch einmal über den exakten Zuschnitt der Aufgabenverteilung zu reden. Dezernent Holkenbrink sicherte zu, es werde Gelegenheit zur Beratung geben.