Unser Dorf soll lauter werden

Unser Dorf soll lauter werden

Im ehemaligen Steinbruch geht am Samstag, 6. Juli, Willwerath Rock City in die zweite Runde. Das Festival mit fünf Bands organisieren Musiker und Einwohner des Eifeldorfs gemeinsam.

Weinsheim-Willwerath. Nashville, London, Hamburg, Willwerath. So kurios diese Aufzählung auch klingt, eines verbindet das etwa 300 Einwohner zählende Dorf an der B 51 zwischen Olzheim und Prüm mit den pulsierenden Metropolen: Auch hier gibt eine ungewöhnlich lebendige Musikszene, die einige überregional und sogar bundesweit bekannte Bands hervorgebracht hat. Willwerath scheint eine Talentschmiede zu sein: Die Gruppen Monoshoque, Laconics, Marvin Go und Detrime sind hier entstanden und haben in den vergangenen Jahren Hunderte von Konzerten in der Eifel und darüber hinaus gespielt. Ebenso Motorcoil, die Metal-Core-Truppe Your Curses Die und die Acapulco Firebirds, die mit ihren eigenwilligen Cover-Versionen als Party-Band erfolgreich sind. Sogar zum bisher einzigen Echo-Preisträger aus der Eifel gibt es Querverbindungen: Einige der Musiker von Jupiter Jones stammen aus der Gegend und gemeinsame Sessions und Konzerte waren bis zum kometenhaften Aufstieg der Band um Sänger Nicholas Müller keine Seltenheit.
Gute Bedingungen


Diese einzigartige Konzentration von Musikern im kleinen Eifel dorf hat einen einfachen Grund, erklärt Marco Sifferath, Gitarrist der Acapulco Firebirds: "Ein Proberaum, in dem rund um die Uhr musiziert werden darf, und äußerst wohlmeinende Nachbarn sind die Grundvoraussetzungen dafür."
Im ehemaligen Steinbruch der Gemeinde laufen gerade die letzten Vorbereitungen zum Festival am Samstag. Der Untergrund des idyllisch im Wald liegenden Geländes wurde planiert und es mussten einige Bäume oberhalb des Platzes gefällt werden, dort, wo die Bühne stehen wird. Seit einigen Wochen arbeiten die elf Mitglieder des Vereins Willwerath Rock City daran, den Steinbruch als Festivalgelände herzurichten.
"Mit viel Unterstützung der Willwerather Bürger", sagt Sifferath. "Denn wir brauchen Leute, die schweres Gerät bedienen können - nicht nur Musiker." Auch die örtliche Feuerwehr hilft mit und kümmert sich am Samstag unter anderem um die Parkplätze. Der etwas andere Musikverein aus Willwerath verfolgt ein klares Ziel: "Wir wollen mithelfen, handgemachte Livemusik in der Eifel wieder zu etablieren", sagt Tobias Elsen, ebenfalls Mitglied des Vereins und Gitarrist der Band Monoshoque. Alle großen Veranstaltungen in der Eifel würden mittlerweile ausschließlich von DJs beschallt. "Damit werden Auftrittsmöglichkeiten für Musiker dezimiert - außerdem gibt es ja ein großes Publikum für authentische Livemusik", sagt Elsen. Die elf Vereinsmitglieder und die gut zwanzig Helfer bauen mit viel Liebe zum Detail am Image des Open Airs im Steinbruch. "Wir wollen ein tolles Ambiente für unsere Veranstaltung", sagt Marco Sifferath. "All die kleinen Überraschungen, wie die Livemusik schon auf dem Parkplatz, oder das ,Bier to go\' für den Weg zum Steinbruch gehören dazu." Denn entscheidend für den Erfolg eines Open Airs sei, wie man sein Publikum empfängt, sagt Sifferath.
Extra

Bands: Paragon Lost, Bender & Schillinger (Gewinner des Rockbuster-Musikpreises 2012), The Laconics, Kapelle Petra, Acapulco Firebirds. Einlass ab 19 Uhr. Beginn 20 Uhr. Karten in Prüm im Kölner Hof und im Rampenlicht, auf www.salon. monoshoque.de und an der Abendkasse. vladi