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Unterm Strich - Die Kulturwoche

Unterm Strich - Die Kulturwoche

Er war einer der letzten großen Literaturkritiker Deutschlands: Am Dienstag ist Hellmuth Karasek gestorben, nur einen Tag vor der Aufzeichnung der vom ZDF geplanten Neuauflage des "Literarischen Quartetts", der Sendung, die Karasek an der Seite von Marcel Reich-Ranicki berühmt gemacht hatte. Das ZDF wird die erste Sendung dem Verstorbenen widmen.

"Wir heute und jetzt werden einfach versuchen, eine so gute Sendung zu machen, die ihm gefallen hätte", sagte Gastgeber Volker Weidermann am Mittwoch bei der Aufzeichnung in Berlin. Schöne Geste: Für Karasek blieb ein Platz im Publikum frei. Ob die Neuauflage an die vor 14 Jahren letztmals ausgestrahlte Kultsendung heranreichen kann, davon können sich die Zuschauer heute (2. Oktober) ab 23 Uhr überzeugen. Eine weitere große Persönlichkeit machte in dieser Woche Schlagzeilen: Nofretete. Der britische Ägyptologe Nicholas Reeves ist nach Untersuchungen im Tal der Könige zuversichtlich, das unentdeckte Grab der legendären ägyptischen Königin zu finden. Reeves bekräftigte am Donnerstag noch einmal seine Theorie, dass sich bislang unentdeckte Räume in der weltberühmten Grabkammer des Pharaos Tutanchamun befinden. Dort, hinter der Nordwand der Gruft, vermutet er den Sarkophag Nofretetes. Ob das stimmt, sollen Radarbilder und Aufnahmen einer Wärmebildkamera zeigen. Der Optimismus ist groß, allein, wann die Aktion starten kann, ist noch unklar. Laut dem Forscher fehlen dafür noch die nötigen Genehmigungen. Noch nicht ganz so alt wie die ägyptische Königin, für ein berühmtes Comic-Kind aber doch schon recht betagt ist der gute Charlie Brown. Denn der Junge aus der US-Comicserie "Peanuts", dem nie etwas gelingen will, wird tatsächlich schon 65 Jahre alt. Die Figur mit dem großen Kopf und dem weißen T-Shirt ist eine der bekanntesten auf der Welt. Am 2. Oktober 1950 bekam Charlie aus der Feder von Zeichner Charles M. Schulz seinen ersten eigenen Comicstrip. Zusammen mit seinen "Peanuts"-Freunden und dem heimlichen Star der Serie, dem coolen Beagle Snoopy, ist der sympathische Verlierer ein Stück Kulturgut. Und obwohl er schon seit 15 Jahren im "Ruhestand" ist - die Serie wurde am 13. Februar 2000 nach Schulz' Tod eingestellt - ist Charlie Brown beliebt wie nie. In den USA ist er zum Beispiel an Halloween ein begehrtes Kostüm. Man braucht ja nur den kugelrunden Kopf mit dem berühmten Haarkringel. Kult ist Charlie übrigens nicht nur auf der Erde: Als im Mai 1969 Apollo 10 den Mond für die Landung der ersten Menschen zwei Monate später erkundete, hatte das Raumschiff das Rufzeichen "Charlie Brown". Die Mondfähre hieß "Snoopy". cweb/dpa