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Unterm Strich - Die Kulturwoche

Unterm Strich - Die Kulturwoche

Mit der plötzlichen Absage von "NeroHero" vor der Porta Nigra hat Trier diese Woche selbst überregionale Schlagzeilen geschrieben. Denn das Spektakel stand im Begleitprogramm zu den großen Ausstellungen über den römischen Kaiser Nero mit Leihgaben aus ganz Europa, zu denen zwischen 14. Mai und 16. Oktober mindestens 150 000 Besucher erwartet werden.

Wer zu den knapp 200 Leuten gehört, die sich für "NeroHero" schon eine Karte besorgt hatten, sollte überlegen, ob eine Reise nach Bayreuth ihn trösten kann. Auch dort gibt es hochkarätiges Klassik-Programm - und dazu noch die Gewähr, dass man selbst bei Regen trocken bleibt. Allerdings wird man die Karte nicht für 25 Euro kaufen können, sondern sollte getrost mal eine Null anhängen. Zudem sollte man sich auf scharfe Sicherheitschecks einstellen - schließlich steht zur Eröffnung der Richard-Wagner-Festspiele eine islamkritische "Parsifal"-Inszenierung von Regisseur Uwe Eric Laufenberg an. Wegen des internationalen Publikums kündigte Festival-Sprecher Peter Emmerich verschärfte Sicherheitsvorkehrungen an. Ursprünglich sollte Jonathan Meese inszenieren. Die Festspielleitung trennte sich jedoch im November 2014 von dem Skandal-Künstler, der in seinen Performances gerne den Hitler-Gruß zeigt. Ein Ausflug zum "Elbjazz" in Hamburg wäre hingegen keine gute Idee. Denn das Musikfestival macht Pause. Erst muss dort mal die Elbphilharmonie fertig werden, was für Januar 2017 geplant ist. Bis dahin will man sich "wirtschaftlich und strukturell neu aufstellen". Noch länger dauert die Pause, die das Pina-Bausch-Zentrum im einstigen Wuppertaler Schauspielhaus macht. 2022 soll das Haus erst fertig sein. Bis dahin haben sich vielleicht auch die Trierer ein neues Antikenspektakel auf die Beine gestellt. aheu/dpa