Unterm Strich - Die Kulturwoche

Unterm Strich - Die Kulturwoche

Knatsch am Maxim-Gorki-Theater in Berlin: Dort hat Intendant Armin Petras ein eigenes Stück unter dem Titel "Demenz, Depression und Revolution" auf den Spielplan gesetzt. Der Mittelteil beschäftigt sich mit einem Fußballtorwart, der sich das Leben nimmt - unverkennbar angelehnt an den Fall Robert Enke.

Dessen Witwe hat die Justiz eingeschaltet - wegen Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Das Theater hat daraufhin einen Teil des Stückes am Dienstag abgesetzt - obwohl man sich juristisch im Recht sieht. Nun sucht man nach einer einvernehmlichen Lösung. Einvernehmlich hat das Bundeskabinett diese Woche 20 Millionen Euro für Kulturprojekte zur Verfügung gestellt, die den Umbruch in der arabischen Welt fördern sollen. Adressaten sind vorrangig Länder wie Ägypten und Tunesien. Noch \'ne Baustelle in Hamburg: Das Schauspielhaus, Deutschlands größte Sprechbühne, wird zur Eröffnung der neuen Intendanz von Karin Beier im Herbst nicht fertig. Seit vergangenem Sommer wird das Haus saniert, allein die neue Bühnen-Maschinerie kostet 16,5 Millionen Euro. Nun wird auch Beier zunächst mit Ausweichquartieren zurechtkommen müssen: Aufgrund von "Problemen bei der Einrichtung der Baustelle", so ein Senatssprecher, könne man derzeit einen definitiven Eröffnungstermin nicht nennen. Dafür wissen die Dresdener seit Sonntag definitiv, wer bei ihrer Staatskapelle der neue starke Mann neben Chefdirigent Christian Thielemann ist: Der Koreaner Myung-Whun Chung gab einen fulminanten Einstand als "Erster Gastdirigent". Kein Wunder, der Mann war schließlich schon Chef eines Dutzends großer Orchester in der ganzen Welt. Am 5. März gibt\'s Grund zur Freude: Da dirigiert er in der Luxemburger Philharmonie. Vorfreude ist bekanntlich manchmal die schönste Freude, und so geht es wohl auch den Aachenern: Sie präsentierten Anfang der Woche ganz stolz das Projekt einer dreiteiligen Mammut-Ausstellung zu Karl dem Großen. 2014 ist dessen 1200. Todesjahr, und das soll zum "Karlsjahr" werden. Dafür will man Kunstwerke aus aller Welt nach Aachen holen. Keine Ahnung, ob man Max Raabe in 1200 Jahren noch kennt. Aber der Berliner Chansonnier bringt heute eine CD heraus, mit neuen Songs statt 20er-Jahre-Klassikern. "Für Frauen ist das kein Problem", heißt das Werk, bei dem Annette Humpe mitgemischt hat. Er war einer der größten Theaterschauspieler der vergangenen 50 Jahre, an allen wichtigen Bühnen zu Hause. Ein brillanter Fernsehmime zudem, gern in großen Historienfilmen wie den "Bertinis" für Hauptrollen besetzt. Nicht aufdringlich, sondern eindringlich, meist eher leise. Für Fernsehkrimis war er sich nie zu schade, aber parallel förderte er die Provokateure von der Berliner Volksbühne. Dass er einst in Kaiserslautern zur Welt kam, wusste kaum jemand. Peter Fitz ist vorgestern im Alter von 81 Jahren in Berlin gestorben. Dieter Lintz Weitere Kolumnen auf www.volksfreund.de/kolumne

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