Unterm Strich - Die Kulturwoche

Die Literatur steht in dieser Woche eindeutig im Fokus: Kaum ist die Nobelpreisträgerin verkündet, schon läuft der Countdown zur Frankfurter Buchmesse. Die startet am Dienstag, sorgt aber schon jetzt für Aufregung.

Weil Salman Rushdie als Gastredner kommt, hat der Iran wegen der angeblich "Islam-beleidigenden Bücher" des Autors seine Messe-Teilnahme abgesagt. Der indisch-britische Autor war 1989 mit einer "Fatwa", einem Todesurteil, belegt worden, weil radikale Muslime seinen Roman "Die satanischen Verse" als gotteslästerlich empfanden. In seinem neuen Buch "Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte" befasst er sich mit religiösem Fanatismus und der Frage, was Geschichtenerzählen dagegen ausrichten kann. Für das Messe-Schwerpunktthema Meinungsfreiheit ein perfekter Gastredner. Ein neues Werk hat auch "Twilight"-Autorin Stephenie Meyer präsentiert, zehn Jahre nach Veröffentlichung des ersten Bands. Neu ist darin allerdings nicht viel. In der Vampir- und Werwolfwelt tauschen Männlein und Weiblein einfach nur die Rollen. In "Life and Death" ("Leben und Tod") wird aus "Twilight"-Heldin Bella Swan Beau, aus Vampir Edward und Werwolf Jacob werden Edythe und Julie. Damit will die Autorin jüngere Leser erreichen. Warum das durch den Geschlechtertausch gelingen soll, leuchtet nicht so ganz ein. Dieselbe Geschichte noch mal zu erzählen, scheint aber gerade "in" zu sein. E. L. James hat ihren Erotik-Bestseller "Shades of Grey" auch einfach noch mal geschrieben, diesmal aus Sicht des Mannes. Mehr Vielfalt bieten sicherlich diese zwei Ausstellungen: Der Brite Damien Hirst präsentiert in London nach und nach kostenlos und öffentlich die 3000 Werke seiner Kunstsammlung. Und in Paris herrscht "Picasso.Mania". Das Grand Palais zeigt, wie der spanische Kunst-Superstar seine Zeitgenossen beeinflusst hat - mit 300 Werken von Lichtenstein bis Baselitz und mit 100 Werken vom Meister selbst. cweb/dpa

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