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Unterm Strich - Die Kulturwoche

Unterm Strich - Die Kulturwoche

Weihnachten haben die Kirchen Hochkonjunktur. Da mögen die Zahlen der Mitglieder schrumpfen, an Weihnachten besinnt sich mancher auf die Verheißungen der Bibel.

Im Lutherjahr entwickelt sich das Buch der Bücher gar zum Kassenschlager. Die zum Reformationsjubiläum frisch aufgelegte und überarbeitete Luther-Bibel ist im Moment gar ausverkauft. Das Buch sei nach nur wenigen Wochen auf dem Markt nicht lieferbar, berichteten Buchhändler. "Im Moment ist die Jubiläumsbibel vergriffen", bestätigte die Deutsche Bibelgesellschaft mit Sitz in Stuttgart. "Schon am ersten Verkaufstag gab es eine sprunghafte Nachfrage, die unsere Pläne übertroffen hat." Die Bibelgesellschaft hatte sich vorab im Buchhandel umgehört, wie es um die Chancen von Martin Luther steht, das Echo sei eher zurückhaltend gewesen. 260 000 Bibeln seien daraufhin gedruckt worden. Nun habe der Verlag noch mal so viele Exemplare in Auftrag gegeben. Bis Weihnachten soll die Jubiläumsbibel in jedem Fall wieder ausgeliefert werden. Die uralten Schriften gibt's inzwischen auch hochmodern - jedenfalls von protestantischer Seite. So erscheint die "Lutherbibel 2017" auch in digitalen Formaten, etwa als E-Book, App und Computersoftware. Sie kann bis zum nächsten Reformationstag 2017 kostenlos als App für Smartphones und Tablets heruntergeladen werden. Für die neue katholische Einheitsübersetzung steht dagegen bisher kein Auslieferungstermin für die App fest. Vom zweiten Quartal 2017 an soll sie zunächst als E-Book erhältlich sein, wie Bibelwerk-Geschäftsführer Joachim Traub sagte. "Der nächste Schritt ist dann die im Internet frei zugängliche Version." Dabei sollen selbst die Bischöfe mittlerweile im digitalen Zeitalter angekommen sein. "Alle Bischöfe müssen twittern" - diese Devise gab zumindest der Münchner Medienethiker Alexander Filipovic jetzt aus. Er antwortete dies bei der Einweihung eines neuen Zentrums für Medienethik auf die Frage, was seine erste Amtshandlung wäre, wenn er zum Medienberater des Papstes ernannt würde. Als religiöses Symbol entdecken viele Künstler neuerdings die Kerze. Ausgehend von Gerhard Richters ikonischem Werk "Kerze" befasst sich die neue Sonderausstellung im Museum Frieder Burda mit Kerzendarstellungen der Gegenwartskunst. Jetzt in der Adventszeit bis Ende Januar sind in Baden-Baden mehr als 50 Arbeiten von 37 Künstlern zu sehen, darunter Fotografien von Thomas Ruff, Videoinstallationen von Nam June Paik oder Gemälde von Markus Lüpertz, Georg Baselitz und Jörg Immendorff. "Die Kerze als religiöses Symbol ist ein altes Thema der Kunst und seit dem Mittelalter weit verbreitet. Wir können nun zeigen, dass sich auch eine enorme Bandbreite aktueller Künstler mit diesem Motiv und den der Kerze zugeschriebenen Bedeutungen befasst", betonte Kuratorin Katrin Schwarz bei der Ausstellungseröffnung. Aufgegriffen werden beispielsweise Themen wie Vergänglichkeit, Eros oder Sinnsuche. aheu/dpa