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Unterm Strich - Die Kulturwoche

Unterm Strich - Die Kulturwoche

Wenn man Intendanten, Museumsdirektoren oder andere Kulturmanager fragt, wo der Schuh drückt, dann haben alle viiiiiiel zu wenig Geld. So klagte dieser Tage auch Wolfgang Heckl, Direktor des Deutschen Museums in München: "Wir brauchen viel mehr Geld.

" Dabei wird sein Haus gerade für 445 Millionen Euro generalsaniert und neu konzipiert. Bis 2025 soll alles fertig sein. Heckl versichert: "Wir bleiben im Budget, weil wir im Budget bleiben müssen." Über zu wenig Geld klagen auch die Orchestermusiker. Laut ihrem Berufsverband verdienen vor allem die Musiker im Osten Deutschlands oft weniger als im Flächentarifvertrag vorgesehen. Sie verzichteten auf Geld, damit im Gegenzug betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen würden, sagte Gerald Mertens von der Deutschen Orchestervereinigung (DOV). Hingegen sieht der Deutsche Bühnenverein, also die Arbeitgeberseite, einen anderen Knackpunkt. "Das Problem ist, dass einige Orchester in den neuen Bundesländern zu hoch eingruppiert sind", sagte der Geschäftsführende Direktor Rolf Bolwin. Nach der Wiedervereinigung seien einige Orchester höher eingestuft worden. Insgesamt spielen in Deutschland 131 Kulturorchester. Seit 1992 sind laut DOV 37 Orchester von der Bildfläche verschwunden, die Zahl der Planstellen um etwa 2000 auf rund 10 000 zurückgegangen. Ob es an fehlenden Finanzmitteln liegt, dass die Spanier zum 400. Todestag des Schriftstellers Miguel de Cervantes, des Autors des "Don Quijote", in diesem Jahr noch immer kein Programm auf die Beine gestellt haben? Namhafte Schriftsteller und Intellektuelle machen sich Sorgen, dass ihr Land sich ohne angemessene Feierlichkeiten international blamiert, und verweisen auf Großbritannien, wo die Vorbereitungen zur Ehrung des großen Literaten William Shakespeare erheblich weiter seien. "Viel Shakespeare und wenig Cervantes", titelte die Zeitung El País in ihrer Online-Ausgabe. Cervantes war am 22. April 1616 gestorben, Shakespeare einen Tag später. "Wir sollten Cervantes lieber den Engländern überlassen", schlug der Autor und Historiker Javier Cercas mit bitterer Ironie vor. Spanien hatte im April 2015 eine Kommission im Kulturministerium eingerichtet, die aber noch nichts zustande gebracht hat. aheu/dpa