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Unterm Strich - Die Kulturwoche

Unterm Strich - Die Kulturwoche

Die Welt aus der Vogelperspektive in der Sicht des Künstlers: Mit diesem Blickwinkel lockt bis zum 7. Oktober das Centre Pompidou in Metz. Frühe Ballon-Luftaufnahmen, aber auch 500 Werke und Medien von Monet, Mondrian, Klee, Richter und anderen zeigen den "Blick von oben", wie er sich in den vergangenen 150 Jahren entwickelt hat.

Eher unterirdisch waren die Bedingungen, die der neue Bonner Theaterintendant Bernhard Helmich bei seiner Amtsübernahme vorfand. Aber allen Sparzwängen zum Trotz stellte der Ex-Pressesprecher des Trierer Theaters (das war in den frühen 90er Jahren) am Mittwoch einen Spielplan vor, dem das Publikum "die Kürzungen nicht anmerken" soll. Sieben neue Opernproduktionen, darunter viele zeitgenössische, sowie allein fünf Schauspiel-Uraufführungen sollen das Profil des Hauses schärfen. Letzteres ist dem Theatermacher Johan Simons bei den Münchner Kammerspielen gelungen. Doch der holländische Regisseur hat die angebotene Verlängerung seines Vertrages abgelehnt und angekündigt, aus familiären Gründen 2015 aufzuhören. Hierzulande wird man ihn noch öfter erleben können, gastiert er mit seinen Produktionen doch regelmäßig im Luxemburger Grand Théâtre. Für großes Theater aller Art steht, ganz persönlich, der Schauspieler Ulrich Tukur. Der 55-Jährige, der auf Bildschirm, Leinwand und Bühne gleichermaßen glänzt, wurde am Montag als Träger des Jacob-Grimm-Preises für deutsche Sprache bekanntgegeben. Er ist damit Nachfolger von Päpsten der Sprachkunst wie Frank Schirrmacher und Loriot. Der neue Papst in Rom ist jeden Tag für eine Überraschung gut. Diese Woche wurde bekannt, dass der Vatikan erstmals mit einem Pavillon an der Biennale in Venedig teilnimmt - und zwar, man höre und staune, mit moderner Kunst. Kardinal Gianfranco Ravasi, Chef des päpstlichen Kulturrates, kündigte an, man wolle "den im 20. Jahrhundert unterbrochenen Dialog zwischen Kunst und Kirche wieder aufnehmen". Der Vatikan ist auf dem Weg ins 21. Jahrhundert - die New Yorker Philharmoniker sind dort längst angekommen. Im grandiosen Ambiente der Gläsernen Manufaktur in Dresden spielten sie am Mittwoch ein Sonderkonzert - auf 43 Karosserieteilen des Auto-Nobelmodells Phaeton. Komponist: der Finne Magnus Lindberg. Sponsor: die VW-Sachsen-GmbH. Wenn das mal nicht die schöne neue Kulturwelt ist. Dieter Lintz Weitere TV-Kolumnen auf www.volksfreund.de/kolumne