Unterm Strich - Die Kulturwoche

Die Woche geht zu Ende, und das Schlimme daran ist: Noch immer gibt es auf so viele Fragen keine Antworten. Da wir unsere Leser(innen) jedoch nicht mit quälender Ungewissheit ins Wochenende entlassen wollen, räumen wir wenigstens einige Unklarheiten aus dem Weg: mit ewiggültigen Antworten.

Etwa vom Sänger und Schauspieler ("Theo gegen den Rest der Welt") Marius Müller-Westernhagen, seit 50 Jahren im Geschäft, der auf die Frage "Was waren Ihrer Meinung nach die besten Zeiten für die Musik?" antwortete: "Ganz klar die 60er und 70er Jahre. Rock'n'Roll war damals an einem Punkt, eine Kunstform zu werden, wie es Jazz geworden ist. Mit Bob Dylan, Led Zeppelin, den Beatles, Jimi Hendrix und und und. Die Qualität der Musik ist seither schon sehr runtergefahren worden. Für meine Begriffe aus Gier - weil die Musik zu einer reinen Industrie verkommen ist. Es hat nichts mehr wirklich mit Musik zu tun, es ist heute mehr wie in einem Bordell. Eine riesige Gruppe von Prostituierten biedert sich an - sowohl den Medien als auch dem Publikum." Wir bleiben bei der Musik - und bei einem Revival. Die vier Mitglieder der schwedischen Band Abba planen ein Projekt. "Es wird ein neues Unterhaltungserlebnis, bei dem das Aktuellste aus der digitalen und Virtual-Reality-Technologie benutzt wird", verspricht Mitbegründer Benny Andersson. "Die Fans sollen die Möglichkeit bekommen, Abba auf bisher ungeahntem Wege zu sehen, zu hören und zu fühlen. Anni Frid Lyngstad ergänzt: "Ich hoffe, diese neue Abba-Kreation wird die Fans so sehr begeistern, wie sie mich begeistert!" Abwarten: Die Band wird nämlich nicht selbst auf der Bühne stehen, sondern digitale Avatare auftreten lassen. Alter Schwede! Wir bleiben immer noch bei Musik. Die Moderatorin und Sängerin Ina Müller räumt angesichts des Erscheinens ihrer neuen CD "Ich bin die" mit einigen Vorurteilen zu ihrer Person auf - und bestätigt, dass sie der Wahrheit entsprechen. "Die meisten Attribute, die man bei ,Ich bin die' hört, haben wir in Schlagzeilen über mich gefunden: Die, die brüllend auf dem Tresen steht, die immer viel zu laut mitsingt, die nicht zuhört, die immer unterbricht, gern mal einen hebt. Und ich glaube: Das alles trifft irgendwie auch zu." Hat man der Schauspielerin Nora Tschirner als Kind auch erzählt, dass die Babys vom Klapperstorch gebracht würden? Auch diese Frage ist nicht so aus der Luft gegriffen, wie sie zunächst erscheint. Es gibt selbstverständlich einen Anlass - Tschirners Mitwirkung an der Synchronisation des Films "Störche - Abenteuer im Anflug". In ihrer Antwort erinnert sie sich nicht nur an ihre Kindheit, sondern übt Kritik am Film generell: "Ich kann mich gar nicht erinnern, wann das Thema bei uns zur Sprache kam. Ich habe mich erst viel später in der Schule dafür interessiert. Wo die Babys nun herkommen, wird auch in dem Film nicht so ganz ehrlich erklärt. Es gibt eben viele tolle Filme, die nicht so ganz der Wahrheit entsprechen." Zugegeben: Das sind natürlich nicht Antworten auf alle Fragen. Aber doch zumindest auf die, wie wir finden, dringendsten und drängendsten. no/dpa

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