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Unterm Strich - Die Kulturwoche

Unterm Strich - Die Kulturwoche

Ehrenvolle Berufung für die Trie rer Literaturprofessorin Franziska Schößler: Mit zwei renommierten Theaterleitern bildet sie die Findungskommission für den neuen Intendanten des Mainzer Staatstheaters. Der wichtigste Theaterjob im Land wird im Sommer 2014 frei, weil Amtsinhaber Matthias Fontheim aufhört.

Schößler ist vom Fach: Vor ihrem Wechsel in die Wissenschaft arbeitete sie als Theater-Dramaturgin. In Trier war sie maßgeblich an den erfolgreichen "Maximierung Mensch"-Theaterfestivals beteiligt. Der frühere Frankfurter Kulturdezernent Hilmar Hoffmann (87) hat am Samstag mit dem Hessischen Kulturpreis eine der höchstdotierten (45 000 Euro) Kulturauszeichnungen Deutschlands erhalten. Der SPD-Politiker (Devise: "Kultur für alle") ist eine lebende Reminiszenz an die Zeiten, da Kulturpolitiker noch einflussreiche und bewunderte Gestalter auf kommunaler Ebene waren. Frankreich ist seit Jahren der verlässlichste Lieferant zeitgenössischer Theaterkomödien. Am Sonntag hat das Hamburger Schauspielhaus in einer umjubelten deutschen Erstaufführung ein Stück herausgebracht, dessen Inhalt sich anhört, als habe Yasmina Reza wieder zugeschlagen. Bei "Der Vorname oder zu Gast bei guten Freunden" geht es um den Showdown einer zunächst gemütlichen Abendrunde unter guten Freunden, bei der am Ende nicht nur das marokkanische Büfett in Scherben liegt. Das Werk stammt von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière, man darf gespannt sein, ob es einen Siegeszug über deutsche Bühnen antritt wie die Reza-Komödien. Nicht weniger spannend ist die Frage, wo künftig Monets "Seerosen" zu sehen sein werden. Ein Telefonbieter ersteigerte das Bild gestern für läppische 34 Millionen Euro bei der Christie\'s-Herbstauktion. Und weil es gerade so gut lief, ging auch noch Kandinskys "Improvisation 8" für 18 Millionen Euro über den Tresen - Weltrekord für den russischen Maler. Ganz so teuer wird es nicht werden, wenn die Popmusik-Ikonen von Kraftwerk zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten in ihrer Heimatstadt Düsseldorf auftreten. Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen gab gestern stolz bekannt, dass die Lokalpatrioten und Pioniere der elektronischen Musik im Januar gleich acht Konzerte in den heiligen Ausstellungshallen von Düsseldorf geben. Das große Vorbild: Im April spielten die einst revolutionären Klangkünstler die gleiche Konzertreihe im New Yorker Museum of Modern Art. Dass ein James-Bond-Film es noch einmal in die erste Reihe des Feuilletons schafft, hätte keiner gedacht. Aber zumindest das Essener Folkwang-Museum scheint einen guten Riecher gehabt zu haben, denn man platzierte dort pünktlich zum Sensations-Erfolg von "Skyfall" eine Ausstellung mit Plakaten und Fotos aus 50 Jahren James-Bond-Historie. Sie soll zeigen, in welchem Maße Bond-Filme die jeweilige Zeit widerspiegeln. Zu sehen bis zum 13. Januar 2013. Dieter Lintz Weitere TV-Kolumnen auf www.volksfreund.de/kolumne