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unterm strich - Die Kulturwoche

unterm strich - Die Kulturwoche

Kennen Sie den irischen Komödianten Dylan Moran? Nein? Macht nix. In Dublin ist er wohl eine Hausnummer, hat sogar in Filmen kleinere Rollen gespielt (unter anderem in "Notting Hill").

Aber Moran kennt die deutsche Sprache. Sollte man zumindest vermuten, denn immerhin bildet er sich eine Meinung über sie. Sie klinge, so Moran, "wie eine Schreibmaschine, die Alufolie frisst und die Kellertreppe hinuntergetreten wird". Interessant. Haben Sie, geneigter Leser, schon einmal eine alufoliefressende Schreibmaschine eine Kellertreppe hinuntergetreten? Vermutlich nicht. Auch Mark Twain hat eine Meinung zum Deutschen. Er hält es für "unordentlich". Das ist erstens rätselhaft und zweitens noch freundlich im Vergleich zu jenen Nichtdeutschen, die Goethes,Kästners, Ihre und meine Sprache als "hässlich" und "roh" bezeichnen. Zugegeben: Wenn manche politisch irrgeleiteten Menschen - sagen wir, nur als Beispiel, montags in Dresden Gift und Galle geifern -, mag manchem Ausländer zu recht angst und bange werden. Aber, mal ehrlich: Wenn eine gar nicht so lustige Witzfigur wie David Trump in Shakespeares Sprache auf Podien und in Fernsehstudien herumpöbelt, verliert das Englische auch viel von seinem Charme und seiner Melodiösität. Nun soll hier bloß nicht die Pest gegen die Cholera aufgewogen und miteinander verglichen werden; Sprache gehört nun mal jedem, auch wenn viele ihrer nicht wirklich mächtig sind. Was sie leider nicht davon abhält, sie für ihre Zwecke zu benutzen. Und deshalb endlich zur guten Nachricht: Das Interesse an der deutschen Sprache ist weltweit ungebrochen. Im vergangenen Jahr lernten rund 230 000 Menschen bei den Goethe-Instituten im Ausland Deutsch - fast 10 000 mehr als im Vorjahr. Im Inland blieb die Zahl der Kursteilnehmer mit 45 000 etwa stabil, wie Institutspräsident Klaus-Dieter Lehmann in Berlin mitteilte. Also, Moran, schreib dir das hinter die Ohren. Und tritt deine blöde Schreibmaschine die Kellertreppe hinunter! Puh, jetzt haben wir uns aber an einem Thema festgebissen. Mal schauen - was gibt's denn noch an netten Meldungen der Woche? Ach ja, Folgendes: Das Filmstudio Fox hat auf Gerüchte reagiert, im neuen Abenteuerfilm "The Revenant - Der Rückkehrer" vergewaltige ein Bär Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio (41). Das weibliche Tier attackiere vielmehr den von DiCaprio gespielten Forscher Hugh Glass, weil es glaube, er könnte seine Jungen bedrohen. "Es gibt eindeutig keine Vergewaltigungsszene mit einem Bären", erklärte ein Sprecher des Studios ganz ernsthaft. Nicht auszudenken,welches Trauma der durchschnittlich prüde Amerikaner, für brutale Gewaltdarstellungen viel eher zu haben als für Nacktheit, davontragen würde, wenn jetzt schon Bären Sex auf der Leinwand hätten. Obwohl: So schlimm wäre es schon nicht geworden. Immerhin würde dieBärin ja ihr Fell anbehalten. no/dpa