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Untern Strich - Kulturwoche : Museum für Hip hop in der Bronx

Untern Strich - Kulturwoche : Ziemlich Altes und ziemlich Modernes

Kühe waren nicht dabei, ebenso wenig Schweine oder Federvieh. Ansonsten war alles noch da: Israelische Archäologen haben die Überreste eines rund 2100 Jahre alten Bauernhofs im Norden des Landes entdeckt.

Es seien unter anderem Dutzende Webstuhlgewichte, große Vorratsgefäße aus Keramik und landwirtschaftliche Geräte wie Spitzhacken und Sensen gefunden worden, teilte die Israelische Altertumsbehörde mit. Einige Münzen stammten aus der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts vor Christi Geburt.

„Wir haben viel Glück gehabt, eine Zeitkapsel zu entdecken, eingefroren in der Zeit, in welcher die Fundstücke dort geblieben sind, wo sie von den Bewohnern zurückgelassen wurden“, sagte Amani Abu-Hamid, der Direktor der Ausgrabung. „Es scheint, als seien diese in Eile angesichts einer drohenden Gefahr aufgebrochen, möglicherweise bedroht durch einen militärischen Angriff.“ Die Überreste seien bei Ausgrabungen vor Beginn eines Projektes westlich des Sees Genezareth entdeckt worden.

Nicht ganz so alt sind die Dinge, für deren Erforschung das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg Geld lockermacht – rund 1,6 Millionen Euro. Damit sollen Museen und Einrichtungen unterstützt werden, die die Herkunft ihrer Bestände aus der Kolonialzeit erforschen wollen – etwa Kulturgüter aus Skandinavien, Ostafrika und China, aber auch um menschliche Überreste aus einstigen Kolonialgebieten. Unterstützt werde etwa die bedeutendste sámische Sammlung außerhalb Nordeuropas im Museum Europäischer Kulturen (MEK) in Berlin-Dahlem. Dort solle die Herkunft von rund 1000 Objekten und Fotografien erforscht werden. Die Sámen in den nördlichen Regionen Norwegens, Finnlands, Schwedens und auf der Kola-Halbinsel der Russischen Föderation hätten während der Unterdrückung durch die Nationalstaaten die meisten materiellen Zeugnisse ihrer Kultur verloren. In einem Projekt der Universität Köln gehe es um koloniales Sammlungsgut in Kunstmuseen und Künstlernachlässen – etwa von Karl Schmidt-Rottluff, Emil Nolde, Erich Heckel und Max Pechstein. Nicht nur in ethnologischen Museen, sondern auch in Kunstsammlungen lagerten Tausende von Objekten aus kolonialen Kontexten, deren Herkunft ungeklärt sei, erklärte das Zentrum Kulturgutverluste weiter.

Um modernere Sachen geht es in New York. Im Stadtteil Bronx widmet sich ein Museum dem Hip-Hop. Wer rein will, muss sich allerdings noch ein wenig gedulden: An dem Gebäude, in dem das Museum und rund 550 Wohnungen beherbergt sein werden, wurde erst mal Richtfest gefeiert. Die Eröffnung ist für 2024 geplant. Im vergangenen Jahr war mit Stars wie Nas, LL Cool J und Grandmaster Flash der Grundstein für den Musentempel gelegt worden. Kostenpunkt: 80 Millionen Dollar (etwa 75 Millionen Euro). Der Hip-Hop soll in den 70er Jahren in der Bronx entstanden sein, als Musiker wie DJ Kool Herc nicht die kompletten Songs ihrer Platten, sondern nur die Instrumentalteile zwischen dem Gesang spielten – dazu kam dann Sprechgesang. Heute ist Hip-Hop in all seinen Ausprägungen einer der am weitesten verbreiteten Musikstile überhaupt. „Das Hip-Hop-Museum gehört hier in die Bronx”, behauptet der frühere Stadtteilpräsident Ruben Diaz, „wenn du Hip-Hop liebst, dann muss das hier ein wahrgewordener Traum sein.“ no/dpa