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Interview Katrin Bauerfeind
Unterwegs im Namen der Liebe

Katrin Bauerfeind verpackt Geschichten aus dem Leben in ihrem Programm zu lustigen und nachdenklich stimmenden Anekdoten.
Katrin Bauerfeind verpackt Geschichten aus dem Leben in ihrem Programm zu lustigen und nachdenklich stimmenden Anekdoten. FOTO: Veranstalter
Trier. Mit dem TV spricht die Buchautorin über Liebe, Hass und die Dating-App Tinder.
Patricia Fee Prechtel

Sie ist für mehr Liebe: Mit „Alles kann, Liebe muss – Geschichten aus der Herzregion“ schreibt Katrin Bauerfeind ein Plädoyer für das schöne Gefühl. Am Sonntag, 7. Oktober, tritt sie mit ihrem Programm im Kasino am Kornmarkt auf.

Warum haben Sie sich für das Thema Liebe als Programm entschieden?

Es gibt zurzeit so viel Hass in der Welt, aber Supermärkte werben damit, dass sie ihre Lebensmittel lieben. Hass und Wut gilt als ernst gemeint, Liebe sofort als kitschig. Dem müssen wir was entgegensetzen! Eine kleine Geschichte dazu: Ich wollte bei einer Freundin was abholen, kriege da in der Ecke aber nie einen Parkplatz. Also habe ich kurz vor einer Einfahrt geparkt, und hatte kurz darauf einen Zettel an der Windschutzscheibe, auf dem stand: „Sie parken faktisch vor einer Einfahrt. Beim nächsten Mal: Spiegel ab, Arschloch!“ Zwar muss man da erst mal lachen, aber kurze Zeit später ist man geneigt den Hass weiterzugeben! Wir sollten es umgekehrt versuchen. Mit Liebe.

Also sind die Geschichten, die Sie erzählen, aus dem Alltag?

Meine Geschichten sind aus dem Leben. Grade zum Thema Liebe gibt’s ja reichlich Material da draußen. Ich hab auch extra ein Sprichwort erfunden: „Man kann sich leichter am Hintern kratzen als am Herzen“. Zum einen heißt das: nur weil man schwerer dran kommt, sollte man nicht aufhören es zu versuchen und ich hab das extra für die Männer erfunden, damit die keine Angst haben, es wird kitschig, nur weil´s um Liebe geht. Im Gegenteil: Die kann sehr lustig sein.

Wir leben in einer so schnelllebigen Zeit: Denken Sie, die Liebe hat es zurzeit schwer?

Nein, die Liebe hatte es immer schwer. Früher gab’s statt Liebe drei Kamele. Heute gibt’s Tinder und man hat quasi unendlich viele Möglichkeiten, sie zu finden. Und am Ende, wenn man sich dann gefunden hat, geht es darum, dass sie bleibt und man auch in den alltäglichen Momenten, wo man sich vielleicht ärgert, wie der andere die Wäsche auffhängt, weiß: Aber mit dir ist das Leben so, wie es immer gemeint war, und das ist am Ende wichtiger als Wäsche. Und wenn das Herz hüpft, dann bitte genauso zelebrieren, wie sonst immer das Genervt-Sein und einfach mal wieder öfter sagen: Ich liebe dich.

Das ist eine sehr schöne Idee.

Ja, ich reise durch die Lande, um Liebe zu verbreiten (lacht).

Sie treten in der Comedyszene auf und versprühen Heiterkeit und gute Laune. Gibt es denn aber auch mal schlechte Tage?

Das ist menschlich und gehört zum Leben genauso dazu. In meinem Programm geht es auch um einen Ausflug mit meinem Vater, an dem wir es uns richtig nett machen wollen und uns dann aber so in die Wolle kriegen, dass wir den schönen Tag abbrechen. Man will das Beste, aber erreicht das Gegenteil. Das gehört auch zur Liebe, all die tragisch-komischen Momente, in denen die Emotion nur auf Umwegen ans Ziel kommt. Aber genau diese Wahrhaftigkeit macht das Leben und auch gute Comedy aus.

Worauf können sich die Zuschauer in Trier freuen?

Es wird ein Abend für die Liebe. Wir lachen für die Liebe! Ein Abend wie ein Gegengift zur dunklen Lage da draußen. Wir machen einmal alle Facetten der Liebe durch von Hassliebe bis Heimatliebe. Ein Gegengift zur dunklen Lage da draußen und es wird etwa der spannendste Abend zum Thema außerhalb des eigenen Schlafzimmers

Die Fragen stellte Patricia Prechtel

Katrin Bauerfeind: Alles kann, Liebe Muss am 7. Oktober im Kasino am Kornmarkt, Trier. Karten gibt es im TV-Service-Center Trier, unter der TV-Tickethotline 0651/7199–996 sowie unter www.volksfreund.de/tickets