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Verliert Trier bald einen Konzertsaal? Gerücht um St. Maximin irritiert Chöre

Verliert Trier bald einen Konzertsaal? Gerücht um St. Maximin irritiert Chöre

Wird Trier künftig ohne einen allgemein zugänglichen und akustisch akzeptablen Konzertsaal auskommen müssen? Es gibt Gerüchte, die ehemalige Abteikirche St. Maximin stehe künftig nicht mehr zur Verfügung. Das Bistum dementiert und spricht von einer "Überprüfung der Vergabepraxis". Trotzdem bleiben Zweifel.

Trier. Ein fatales Gerücht geht um im Trierer Musikleben: Angeblich soll die ehemalige Abteikirche St. Maximin für Konzerte nicht mehr zur Verfügung stehen. Bislang gibt es allerdings nur Vermutungen, für deren Wahrheit sich niemand verbürgen will.

Das Bistum erklärt zu dem Thema: "Die Leitungskonferenz des Generalvikariats hat den Auftrag erteilt, die Nutzungsordnung und die Nutzungsvereinbarung für die Sport- und Veranstaltungshalle St. Maximin zu überarbeiten. Mit dieser Aufgabe ist eine Arbeitsgruppe des Bischöflichen Generalvikariats beauftragt. Im Rahmen der Bearbeitung ist die bisherige Praxis der Hallenvergabe überprüft worden." Und weiter heißt es in der Antwort auf eine TV-Anfrage: "Die Ergebnisse der Bearbeitung werden der Leitungskonferenz zur Entscheidung vorgelegt. Klar ist, dass St. Maximin auch in Zukunft für Konzertveranstaltungen zur Verfügung stehen wird." Anfang des Jahres werde über die Grundsätze der Hallenvergabe entschieden.

Trotzdem: Fragen bleiben offen, und jüngste Ereignisse sind nicht dazu angetan, Zweifel an einer veranstalterfreundlichen Hallenvergabe zu zerstreuen. Dass mit neuen Konditionen gerechnet werden müsse, sei schon Anfang des Jahres vom Bistum angedeutet worden, heißt es aus dem Vorstand des Trierer Konzertchors. Vor zwei Monaten richtete der Chor dann an das Bischöfliche Generalvikariat ein Schreiben und bat um weitere Klärung des Sachverhalts. Eine Antwort blieb zunächst aus. Jetzt soll dazu in Kürze ein Gespräch stattfinden.

In der Zwischenzeit hatte der Konzertchor darauf gehofft, trotz allem Bachs Weihnachtsoratorium in St. Maximin aufführen zu können und beim Bistum entsprechend angefragt. Vor acht Wochen kam die Absage: St. Maximin stehe für das Weihnachtsoratorium am 6. Dezember nicht zur Verfügung. Was bedeutet: Bis zur Entscheidung über das Nutzungskonzept ist die Brahms-Aufführung des Spee-Chors Ende November vorläufig das letzte Konzert in der einstigen Abteikirche gewesen.

Der Konzertchor muss nun mit dem Oratorium in die Pfarrkirche Heiligkreuz ausweichen. Das führte zu Kollisionen mit bereits geplanten Veranstaltungen und zu außergewöhnlichen Belastungen für die Chormitglieder, die die gesamte Logistik vom Podestaufbau bis zur Abendkasse ehrenamtlich erledigen.

Die Unklarheit um die Abteikirche trifft die Trierer Kultur an einer empfindlichen Stelle. Außer St. Maximin gibt es in der Stadt keinen echten Konzertsaal. Eine restriktivere Vergabepraxis bei der Abteikirche würde vor allem die freien Oratorienchöre treffen - Spee-Chor, Trierer Konzertchor und Universitätschor - und damit einen wichtigen Sektor der Trierer Musikkultur. Im Gegensatz zu Domchor (Dom) und Bach-Chor (Basilika) müssen diese Chöre ohne eigenen Aufführungsraum auskommen. Auch andere Konzertveranstalter wie das Mosel Musikfestival könnten betroffen sein.

Selbstverständlich stehen für Konzerte Kirchen wie Heiligkreuz zur Verfügung, aber nur bei geistlicher Musik. Weltliche Oratorien wie Schumanns "Der Rose Pilgerfahrt", dessen Aufführung der Konzertchor für Juni plant, sind in Gotteshäusern nicht gerne gesehen. Zudem werden die Veranstaltungen der freien Chöre finanziell immer stärker belastet. "Wir machen pro Konzert 5000 bis 6000 Euro Defizit", sagt Lambert Norta vom Konzertchor-Vorstand. Die werden zum Teil vom Förderverein des Chors und der Trierer Kulturstiftung aufgefangen, zum Teil jedoch von den Chormitgliedern selber. Ein optisch und akustisch geeigneter Saal mit vertretbaren Kosten wird dadurch immer dringlicher. Die Aussicht auf St. Maximin mag darum niemand aufgeben. Norta: "Wir hoffen nur, dass es nicht deutlich teurer wird."

Konzertchor, Bachs Weihnachtsoratorium, Sonntag, 6. Dezember, 17 Uhr, in der Kirche Heiligkreuz in Trier. Karten im TV-Service-Center Trier.

Trier. Ein fatales Gerücht geht um im Trierer Musikleben: Angeblich soll die ehemalige Abteikirche St. Maximin für Konzerte nicht mehr zur Verfügung stehen. Bislang gibt es allerdings nur Vermutungen, für deren Wahrheit sich niemand verbürgen will.

Das Bistum erklärt zu dem Thema: "Die Leitungskonferenz des Generalvikariats hat den Auftrag erteilt, die Nutzungsordnung und die Nutzungsvereinbarung für die Sport- und Veranstaltungshalle St. Maximin zu überarbeiten. Mit dieser Aufgabe ist eine Arbeitsgruppe des Bischöflichen Generalvikariats beauftragt. Im Rahmen der Bearbeitung ist die bisherige Praxis der Hallenvergabe überprüft worden." Und weiter heißt es in der Antwort auf eine TV-Anfrage: "Die Ergebnisse der Bearbeitung werden der Leitungskonferenz zur Entscheidung vorgelegt. Klar ist, dass St. Maximin auch in Zukunft für Konzertveranstaltungen zur Verfügung stehen wird." Anfang des Jahres werde über die Grundsätze der Hallenvergabe entschieden.

Trotzdem: Fragen bleiben offen, und jüngste Ereignisse sind nicht dazu angetan, Zweifel an einer veranstalterfreundlichen Hallenvergabe zu zerstreuen. Dass mit neuen Konditionen gerechnet werden müsse, sei schon Anfang des Jahres vom Bistum angedeutet worden, heißt es aus dem Vorstand des Trierer Konzertchors. Vor zwei Monaten richtete der Chor dann an das Bischöfliche Generalvikariat ein Schreiben und bat um weitere Klärung des Sachverhalts. Eine Antwort blieb zunächst aus. Jetzt soll dazu in Kürze ein Gespräch stattfinden.

In der Zwischenzeit hatte der Konzertchor darauf gehofft, trotz allem Bachs Weihnachtsoratorium in St. Maximin aufführen zu können und beim Bistum entsprechend angefragt. Vor acht Wochen kam die Absage: St. Maximin stehe für das Weihnachtsoratorium am 6. Dezember nicht zur Verfügung. Was bedeutet: Bis zur Entscheidung über das Nutzungskonzept ist die Brahms-Aufführung des Spee-Chors Ende November vorläufig das letzte Konzert in der einstigen Abteikirche gewesen.

Der Konzertchor muss nun mit dem Oratorium in die Pfarrkirche Heiligkreuz ausweichen. Das führte zu Kollisionen mit bereits geplanten Veranstaltungen und zu außergewöhnlichen Belastungen für die Chormitglieder, die die gesamte Logistik vom Podestaufbau bis zur Abendkasse ehrenamtlich erledigen.

Die Unklarheit um die Abteikirche trifft die Trierer Kultur an einer empfindlichen Stelle. Außer St. Maximin gibt es in der Stadt keinen echten Konzertsaal. Eine restriktivere Vergabepraxis bei der Abteikirche würde vor allem die freien Oratorienchöre treffen - Spee-Chor, Trierer Konzertchor und Universitätschor - und damit einen wichtigen Sektor der Trierer Musikkultur. Im Gegensatz zu Domchor (Dom) und Bach-Chor (Basilika) müssen diese Chöre ohne eigenen Aufführungsraum auskommen. Auch andere Konzertveranstalter wie das Mosel Musikfestival könnten betroffen sein.

Selbstverständlich stehen für Konzerte Kirchen wie Heiligkreuz zur Verfügung, aber nur bei geistlicher Musik. Weltliche Oratorien wie Schumanns "Der Rose Pilgerfahrt", dessen Aufführung der Konzertchor für Juni plant, sind in Gotteshäusern nicht gerne gesehen. Zudem werden die Veranstaltungen der freien Chöre finanziell immer stärker belastet. "Wir machen pro Konzert 5000 bis 6000 Euro Defizit", sagt Lambert Norta vom Konzertchor-Vorstand. Die werden zum Teil vom Förderverein des Chors und der Trierer Kulturstiftung aufgefangen, zum Teil jedoch von den Chormitgliedern selber. Ein optisch und akustisch geeigneter Saal mit vertretbaren Kosten wird dadurch immer dringlicher. Die Aussicht auf St. Maximin mag darum niemand aufgeben. Norta: "Wir hoffen nur, dass es nicht deutlich teurer wird."

Konzertchor, Bachs Weihnachtsoratorium, Sonntag, 6. Dezember, 17 Uhr, in der Kirche Heiligkreuz in Trier. Karten im TV-Service-Center Trier.Meinung

Kein Fall für den Rotstift!

Von Martin Möller

Keine Frage: Das Trierer Bistum befindet sich finanziell in einer schwierigen Lage. Trotzdem darf St. Maximin kein Fall für den Rotstift oder für expandierende Vergabekosten werden. Die einstige Abteikirche ist seit ihrer Wiedereröffnung 1995 immer ein Stück Trierer Kultur gewesen - nicht nur als Baudenkmal, sondern auch als Forum für große Musik und sogar großes Theater. Das kann dem Bistum nicht gleichgültig sein.

Das Interesse der Kirche an Musikkultur darf sich nicht auf eigene Institutionen wie den Domchor beschränken. In der Bischofsstadt Trier hat das Bistum auch ein Stück Verantwortung für Kultur, die sich außerhalb der geweihten Räume abspielt. Und gerade die freien Chöre haben einen Anspruch auf Planungssicherheit. Über die Zukunft des Konzertraums St. Maximin ist eine rasche und eindeutig positive Entscheidung so dringlich wie noch nie.

nachrichten.red@volksfreund.de