Verregnete Musiknacht im Tal der Alzette

Luxemburg · Die Blues-\'n\'-Jazz-Rallye in Luxemburg ist für die Jazzfreunde der Großregion das Open-Air-Ereignis des Sommers. Bis zu 20 000 Fans kommen bei gutem Wetter in das Alzettetal, um in acht Stunden 50 Bands auf 14 Bühnen zu hören. Am vergangenen Samstag waren es wesentlich weniger.

Luxemburg. Wie die Sardinen in der Dose zusammengepackt geht es im Shuttle-Bus vom Parkplatz Glacis in die Luxemburger Unterstadt. Aber schon beim Aussteigen verteilen sich die Open-Air-Besucher schnell auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei Mousel. Schnell fragt man sich: Liegt das daran, dass durch die Öffnung des Brauereigeländes plötzlich mehr Platz im Clausen-Viertel ist, oder, weil sich bei angekündigtem Regen nur wenige aufgemacht haben, den Abend mit Jazzmusik zu verbringen? Organisiert wird die Jazz- und Bluesnacht vom Tourismusbüro der Stadt Luxemburg. 50 Bands aus Luxemburg, Frankreich und Belgien, aber auch aus den USA, dem Kosovo oder aus Deutschland treten auf 14 Open-Air-Bühnen auf. Dazu kommen 31 Gruppen, die in den Cafés, Bistros und Clubs der Unterstadt spielen sowie fünf Marching Bands.
Farbtupfer in der Nacht


Im Club Melusina spielen beispielsweise Frauen-Bands, darunter das luxemburgische Multitalent Sascha Ley. Das Orchestre National de Jazz aus Frankreich tritt im Hof der Abtei Neumünster auf.
Ein Farbtupfer in verregneter Nacht: Eve Risser. Sie sitzt zwischen ihren schwarzgekleideten Mitmusikern im roten Kleid und mit nackten Füßen am Piano, spielt abwechselnd Klavier und Querflöte. Vor der großen Bühne stehen fasziniert ein paar Dutzend Zuhörer, denen der Regen nichts ausmacht. Gespannt lauschen sie den 18 Musikern um Eve Risser auf der Bühne.
Auf dem anderen Ufer der Alzette spielen auf einer Bühne vorwiegend Jazzmusiker aus Südosteuropa. Irina Karamarkovic begeistert mit ihrer Stimme und ihren Interpretationen von Jazzstandards. Nur wenige Fußminuten entfernt gastiert die Heritage Blues Company aus Differdange (Luxemburg). Wenn man nicht möglichst viel sehen und hören wollte, würde man sicherlich noch länger ihrer Musik zuhören.
Aber um vom Grund zurück nach Clausen zu kommen, braucht es trotz des Regens Zeit. Immer wieder muss man warten, bis sich die Schlange weiterbewegt, weil manche Passagen mit Gegenverkehr nur einzeln passierbar sind. Aber das gehört zur Blues-\'n\'-Jazz-Rallye dazu wie das Sardinenbüchsengefühl auf der Busfahrt nach Clausen.

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