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Viel Prominenz in Daun: Roland-Preis bei Tatort Eifel überreicht

 Prominente und Organisatoren von Tatort Eifel werden auf dem roten Teppich gefeiert: Heinz-Peter Hoffmann, Initiator des Festivals, Klaus Jensen, ehemaliger Oberbürgermeister von Trier mit Ehefrau Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Sabrina Reiter und Heino Ferch, Schauspieler „Die Spuren des Bösen“, Matthias Brandt, Schauspieler „Polizeiruf 110“, Dietmar Bär, Schauspieler „Tatort“ (von links). TV-Fotos (5): Nora John
Prominente und Organisatoren von Tatort Eifel werden auf dem roten Teppich gefeiert: Heinz-Peter Hoffmann, Initiator des Festivals, Klaus Jensen, ehemaliger Oberbürgermeister von Trier mit Ehefrau Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Sabrina Reiter und Heino Ferch, Schauspieler „Die Spuren des Bösen“, Matthias Brandt, Schauspieler „Polizeiruf 110“, Dietmar Bär, Schauspieler „Tatort“ (von links). TV-Fotos (5): Nora John FOTO: (g_kultur
Daun. Viel Prominenz aus der deutschen Krimiszene gibt sich bei "Tatort Eifel" die Klinke in die Hand. Höhepunkt des Festivals ist die Gala. Nora John

Matthias Brandt und Heino Ferch sind die Stars der "Tatort Eifel"-Gala. Sie sind gekommen, um in Daun den Roland, den Hauptpreis des Festivals, entgegenzunehmen. Brandt bekommt die Auszeichnung für seine Rolle als Hanns von Meuffels im "Polizeiruf 110".

Schauspielkollege Dietmar Bär, bekannt als Kölner "Tatort"-Kommissar, in seiner Laudatio: "Du bist kein Schaupiel-Perfektionist, der Unsicherheiten ausblendet, du bist durchlässig in deinen Rollen und kommst so deinem Publikum nahe."

Der so Gelobte merkt an, dass er offenbar schon in einer Lebensphase ist, in der er nicht für Einzelwerke, sondern für ein Gesamtwerk ausgezeichnet wird. "Danach kommt nur noch die Auszeichnung fürs Lebenswerk". "Jeder Drehtag ist ein Geschenk", so Brandt über seine Arbeit beim "Polizeiruf", die er allerdings im kommenden Jahr aufgeben wird, weil er lieber Schauspieler als Polizist sei.

Heino Ferch ist mit dem Team von "Die Spuren des Bösen" angereist. Filmwissenschaftler Professor Marcus Stiglegger lobt die Krimireihe als ein "außergewöhnliches Format, das mit inzwischen sechs höchst erfolgreichen Folgen dem Fernsehkrimi neues Leben einhauchte". Ferch bedankt sich im Namen des Teams für den Preis. "Das macht Mut zum Weitermachen."

Die Preisverleihung ist der Höhepunkt eines langen Abends, der schon zuvor glamourös auf dem roten Teppich vor dem Dauner Forum angefangen hat. Dort stehen die Gäste schon vor Beginn der Gala unter den Zelten vor dem Dauner Forum und warten gespannt auf die Ankunft der Prominenz. Die hat sich zunächst in der nahegelegenen Sparkasse getroffen und kommt zu Fuß zur Abendveranstaltung. Als Matthias Brandt und Heino Ferch zusammen mit Ministerpräsidentin und Schirmherrin von "Tatort Eifel" Malu Dreyer, ihrem Mann Klaus Jensen, Landrat Heinz-Peter Thiel, Dietmar Bär und den Organisatoren des Festivals den roten Teppich betreten, klicken die Kameras und Handys. Die Prominenz lässt sich feiern, bevor es ins Foyer geht.

Es ist der Abend der Preisverleihungen, nicht nur für Brandt und Ferch. Musikalisch begleitet wird die Gala von einer Combo des Landespolizeiorchesters.

Die ersten Preisträger des Abends, Schüler des Goethe-Gymnasiums in Bad Ems, haben ihren Preis, den Junior-Award schon erhalten. Bei der Gala bekommen sie noch mal einen Extra-Applaus nachdem auf großer Leinwand ein Ausschnitt von den Dreharbeiten zu der Siegergeschichte "Abgedreht" gezeigt wird.

Kein Preisträger, sondern Unterhalter, ist Kabarettist Thomas C. Breuer. Gekleidet im knallroten Anzug, sinniert er mit Wortakrobatik über die finsteren Seiten der Provinz, in der "Mord und Totschlag zum Selbstbewusstsein beitragen". In manchen Orten gebe es mehr Ermordete als Einwohner, mutmaßt er. Auch er fordert wie schon zuvor Moderatorin Andrea Ballschuh alle auf, am nächsten Tag zur Wahl zu gehen.

Nach dieser humoristischen Einlage geht es weiter mit den Auszeichnungen. Die sechs besten Kurzkrimis waren am Tag zuvor im Kino in Daun gelesen worden (siehe Text unten). Die sechs für den Preis Nominierten warten gespannt auf die Nennung der drei Besten. Bestsellerautorin Melanie Raabe, deren Karriere auch beim "Tatort Eifel" begonnen hatte, hält die Laudatio auf Jürgen Krebers Werk "Das Sterbezimmer". Kathrin Döbele erhält den zweiten Preis, überreicht von Wilsberg-Autor Jürgen Kehrer.

Um die Spannung auf den ersten Platz zu steigern, gibt es erst noch eine humoristische Einlage. Parodist Andreas Neumann lässt auf der Bühne viele längst Verstorbene bekannte Persönlichkeiten wiederauferstehen. Da fragt Heinz Rühmann nach der Feuerzangenbowle, Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki wettert in gewohnter Manier, und auch Schauspieler Hans Moser, der vermutlich vielen jüngeren kein Begriff mehr ist, lebt wieder auf für einen kurzen Moment.
Den ersten Preis beim Deutschen Kurzkrimi-Preis bekommt Ingrid Reidel mit "Die schön Aussicht" von Schauspieler Gustav Peter Wöhler. Die Autorin aus Weinsberg hat die Lacher im Saal auf ihrer Seite, als sie in lebendigen von Dialekt gefärbten Worten die Situation schildert, die sie zu dieser Geschichte inspiriert hat.

Dass Krimis auch Stoff für das Theater ist, zeigt eine fünfzehnminütige Aufführung von drei Darstellern des Trierer Theaters. Sie zeigen nach eigenen Aussagen eine Art Trailer zu einem Stück, das in Trier im Dezember Premiere hat.
Mit der Verleihung des Rolands geht der offizielle Teil des Abends zu Ende. Danach wird noch Aftershow-Party gefeiert, ganz so wie in Hollywood nach der Verleihung der Oscars.

 Heino Ferch gewinnt mit seinem Team den Preis für „Die Spuren des Bösen“.
Heino Ferch gewinnt mit seinem Team den Preis für „Die Spuren des Bösen“. FOTO: (g_kultur
 Schauspieler aus Trier zeigen einen Ausschnitt ihres Stücks, das im Dezember Premiere hat.
Schauspieler aus Trier zeigen einen Ausschnitt ihres Stücks, das im Dezember Premiere hat. FOTO: (g_kultur
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 Ingrid Reidel ist die strahlende Siegerin des Kurzkrimi-Preises, überreicht von Schauspieler Gustav Peter Wöhler.
Ingrid Reidel ist die strahlende Siegerin des Kurzkrimi-Preises, überreicht von Schauspieler Gustav Peter Wöhler. FOTO: (g_kultur