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Viel Spaß mit Allgäuer Krimi-Import

 Michael Kobr (links) und Volker Klüpfel. TV-Foto: Stefanie Glandien
Michael Kobr (links) und Volker Klüpfel. TV-Foto: Stefanie Glandien
Krimi, Komik, Kruzifix: Das Allgäuer Autorenduo Michael Kobr und Volker Klüpfel bietet mehr als 600 Besuchern einen lustigen Abend bei seiner Lesung in Prüm.

Prüm. (sn) Viel Gelächter, starker Applaus: Mehr als 600 Besucher amüsieren sich "priml" bei der Lesung von Michael Kobr und Volker Klüpfel in der Aula der ehemaligen Wandalbert-Hauptschule in Prüm. Das Autorengespann aus dem Allgäu liest im Rahmen des Eifel-Literatur-Festivals aus seinem neuen Krimi "Rauhnacht". Mit von der Partie: Kommissar Kluftinger, "der Mann ohne Vornamen und meistens auch ohne gute Laune, der Antiheld in Kniebundhosen und Kässpatzenfanatiker, der immer zur Stelle ist, wenn die Postkarten idylle einen Kratzer bekommt", sagt Festival-Organisator Josef Zierden. Ein Kommissar also, der so ziemlich jedes Klischee erfüllt, das den Allgäuern anhaftet. Und da dieser grantelnde und doch irgendwie aus der Rolle fallende Kerl auf seine Weise liebenswert ist, hat er in Deutschland auch schon eine riesige Fangemeinde. Die sitzt am Abend anscheinend auch in Prüm und bekommt nicht nur aus dem neuen Werk vorgelesen, sondern auch jede Menge Klamauk geboten.

So bauen die Autoren auf ihrem Tisch ein "Gscheitometer" - eine Art Zahlentafel - auf, das die Reaktion des Publikums auf die Lesung messen soll. Schon nach zehn Minuten hat das Publikum 83 von 99 Punkten erreicht und Klüpfel und Kobr stellen zufrieden fest, dass es tatsächlich intelligentes Leben außerhalb des Allgäus gibt. In wechselnden Rollen lesen beide aus dem Buch vor. Zwischendurch gibt es immer wieder Unterbrechungen, um den Zuhörern "Kulturtechniken" des Allgäus zu vermitteln.

So zum Beispiel über die Veränderung der Bedeutung eines Satzes je nach Intonation. So kann der Satz "Is he it", nicht zu verwechseln mit dem Englischen "Ist er es?", je nach Betonung im Allgäu heißen "Ich sehe nicht" oder "ist es denn nicht kaputt?". Um im Allgäu verstanden zu werden, empfiehlt Kobr, den Unterkiefer ganz weit nach vorn zu schieben, "bis es oben reinregnet - dann sprechen Sie automatisch allgäuerisch". Gegen Ende der Lesung erreicht das Publikum sagenhafte 96 Punkte auf dem Gscheitometer. "Das ist ein super Wert für hier", urteilt Klüpfel gnädig. Da aber die Frage zum interkulturellen Austausch zwischen Allgäu und Eifel am Abend nicht befriedigend geklärt werden kann, beschließen die beiden Autoren spontan: "Da komma halt noch mal."