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Viele Klangfarben, große Klanggewalt

Viele Klangfarben, große Klanggewalt

Der traditionelle Orgelsommer in der Konstantin-Basilika hat in diesem Jahr ein neues Gesicht. Zum ersten Mal findet er an der neuen, opulenten und klanglich überaus vielfältigen Eule-Orgel statt.

Welche Möglichkeiten eröffnet das neue Instrument? Und was geschieht mit der alten Schuke-Orgel? TV-Mitarbeiter Martin Möller befragte dazu Kantor Martin Bambauer.

Herr Bambauer, zum ersten Mal findet der traditionelle Orgelsommer in der evangelischen Kirche an der neuen Eule-Orgel statt. Was wird anders sein als bisher?
Martin Bambauer: Die klanglichen Möglichkeiten sind grundlegend andere - in der Vielfalt der Klangfarben, der Klanggewalt dieser Orgel, aber auch ihrer Intimität. Das Spektrum ist ungleich größer. Im Programm gibt es allerdings nur wenige Stücke, die auf der Schuke-Orgel nicht gespielt worden sind. Aber es ist beeindruckend zu erleben, dass das Klanggewand jetzt wirklich mit dem übereinstimmt, was die Komponisten fordern.

Seit gut einem halben Jahr spielen Sie nun auf dem neuen Instrument. Haben Sie in dieser Zeit eine enge Beziehung entwickelt?
Bambauer: Die Beziehung war vom ersten Moment an da. Ich hatte ja auch mitgeplant, mitorganisiert, auch deswegen war meine Nähe zu dem Instrument von Anfang an sehr groß. Ich spiele sehr viel an der Orgel und übe dort auch.

In den Programmen und nicht nur bei Ihnen vermehren sich die Übertragungen anderer Instrumentalwerke rapide. Gibt das Orgelmusik-Repertoire nichts mehr her?
Bambauer: Ich kann da einen Trend nicht entdecken. Übertragungen sind immer gespielt worden. Und ich finde auch, dass ein Instrument mit einer so großen Bandbreite wie die neue Basilika-Orgel Kompositionen in neues Licht setzen kann. Andererseits entdecke ich immer wieder neue echte Orgelstücke, zum Beispiel die Orgelsymphonie von Feliks Nowowiejski, die ich im Eröffnungskonzert am Mittwoch spiele. Das "normale" Orgelrepertoire ist bei weitem nicht ausgeschöpft.

Die Schuke-Orgel wird im diesjährigen Zyklus nur zweimal gebraucht. Gehört sie vielleicht doch zum alten Eisen?
Bambauer: Ich habe allen Organisten empfohlen, die Orgel nicht zu vergessen. Vielleicht entscheidet sich der eine oder andere spontan.

Die neue Orgel ist noch nicht ganz bezahlt. Wie groß ist die Finanzlücke, die sich derzeit auftut?
Bambauer: Es sind rund 30 000 Euro. Die Übernahme von Orgelpfeifen-Patenschaften ist nach wie vor möglich. möExtra

Das Programm: 8. Juli: Martin Bambauer (Trier). Werke von Glasunow, Nowowiejski, Guilmant und Vierne 15. Juli: Uwe Komischke, Trompete, und Thorsten Pech, Orgel (Wuppertal). Werke von Heredia, Torelli, Humphries, Lemmens, Widor, Klicka, Zwart und Pech 22. Juli: Thomas Heywood (Melbourne). Werke von Händel, Beethoven, Tschaikowsky, Gounod, Elgar, Lemare, Hollins und Chaminade 29. Juli: Philip Crozier (Montreal). Werke von Bruhns, Franck, Bossi, Bedard, Mulet, Alain, Langlais, Kodály und Wiedermann (auch auf der Schuke-Orgel) 5. August: James Kibbie (Ann Arbor). Werke von Alain, Tournemire, Bolcom und Ropek 12. August: Maria Magdalena Kaczor (Sapporo). Werke von Beethoven, Liszt, Karg-Elert und Hosking 19. August: Jürgen Sonnen theil (Cuxhaven). Werke von Bach, Franck, Chopin, Schumann, Reger, Alain und Demessieux 26. August: Daniel Zaretsky (St. Petersburg). Werke von Bach, Gigout, Dubois, Widor und Vierne (auch auf der Schuke-Orgel) mö Beginn der Konzerte in der Konstantin-Basilika ist jeweils um 20.30 Uhr. Vorverkauf: www.volksfreund.de/tickets Weitere Informationen: basilika-orgel.de