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Vielfalt und ein Besucherrekord: Mit rund 10 000 Gästen geht das elfte Eifel-Literatur-Festival zu Ende - Heute Abend Finale mit Frank Schätzing

Prüm. Bestsellerautor Frank Schätzing liest heute Abend in Wittlich aus seinem Thriller "Breaking News" und beendet damit das Eifel-Literatur-Festival. Laut Organisator und Festivalleiter Josef Zierden schließt die elfte Auflage mit einem Besucherrekord ab: Elf Lesungen zehn namhafter Autoren lockten rund 10 000 Gäste nach Wittlich, Bitburg, Daun und Prüm. Anke Emmerling

Prüm. Wenn Josef Zierden auf das heute endende elfte Eifel-Literatur-Festival zurückblickt, spielen Zahlen eine gewichtige Rolle. Denn mit 10 000 Besuchern, durchschnittlich 900 pro Veranstaltung, verzeichnet die Reihe einen Rekord, der den Erfolg von 2012 mit durchschnittlich 625 Gästen noch übertrifft. Als Publikumsmagnet zog allein Pater Anselm Grün 3000 Menschen an.
Bei allen Veranstaltungen zeigte sich zudem die überregionale Strahlkraft des Festivals, das seit 1994 alle zwei Jahre veranstaltet wird. Die Besucher kamen aus verschiedenen Bundesländern Deutschlands, aus den Niederlanden, Frankreich, Belgien und Luxemburg.Von Vortrag bis Bühnenshow


Zierden führt das auf die mit zugkräftigen Namen wie Florian Illies, Daniel Kehlmann oder Richard David Precht verbundene Festival-Ausrichtung zurück. "Jeder Autor hat eine eigene Farbe, einen eigenen Charakter und seine eigene Präsentationsform eingebracht, mal Vortrag, mal Lesung mit Gespräch, mal schauspielerische Einlage oder große Bühnenshow", sagt Zierden. Diese "große Vielfalt" habe das Publikum besonders erfreut.
Und wenn ein Autor wie Ferdinand von Schirach seine Deutschlandtour in der Eifel starte, sei das "ein aussagekräftiges Kompliment. Es erfüllt mich auch mit Stolz, wenn ein literarischer Weltstar wie Daniel Kehlmann bei uns seinen persönlichen Signierrekord aufstellt, oder wenn Florian Illies nur eine Lesung deutschlandweit im Terminkalender zulässt - und zwar beim Eifel-Literatur-Festival". Erfreut sei er auch darüber, dass die Autoren von der Aufmerksamkeit und dem "aktiven Mitgehen" des Publikums schwärmten. Das große überregionale Interesse ist auch der seit zwanzig Jahren ehrenamtlich geleisteten und mit dem Landesverdienstorden ausgezeichneten Arbeit Zierdens zu vedanken. Der Studiendirektor hat das Festival 2014 neben seiner beruflichen Tätigkeit organisiert: "Da blieb mir schlicht kein Raum zum Experimentieren", sagt er.
Möglich sei dies dank einer "ausgeklügelten Planung", dennoch sei die Organisation nicht leicht zu stemmen: "Selbst bei einem reduzierten Programm mit elf Veranstaltungen bewege ich mich kräftemäßig an der Grenze. Ohne die ehrenamtlichen Mitarbeiter wäre das nicht zu stemmen", lobt Zierden seine Helfer.Erfolg trotz geringen Budgets


Zudem müsse sich das Festival über Ticketeinnahmen stark selbst finanzieren. Ohne kostenfressenden Personalapparat komme es zwar mit einem vergleichsweise kleinen Budget von 200 000 Euro aus. Das aber wird nur bis zu je einem Viertel von öffentlichen Zuschüssen und Sponsorengeldern getragen. "Hauptamtliche Kräfte, die Festivals von ähnlichem Besucherumfang mit Riesenbudgets von etwa einer Million Euro pro Jahr und festem Mitarbeiterstab managen, kann ich nur beneiden", sagt Zierden.
Zudem machten sich in der Literaturlandschaft "Agenturen sehr breit, die teilweise in bewährte Abläufe des Festivals eingreifen und vor allem die Honorarhöhen maximieren wollen". Für 2016 wolle er "da deutliche Grenzen ziehen".
Dennoch gehe die Zielsetzung auf, das Besondere möglich zu machen. In vielen schriftlichen Publikumsrückmeldungen sieht Zierden sein Konzept bestätigt: "Die Leute danken für wundervolle Abende mit großen Autoren, die sie ohne das Festival nicht in der Eifel hätten erleben können."
Weitere Eindrücke, Fotos und Berichte zum Festival auf volksfreund.de
Zum Finale des Eifel-Literatur-Festivals liest Frank Schätzing heute um 20 Uhr im Eventum Wittlich. Die Veranstaltung zu seinem Thriller "Breaking News" ist als multimediales "Kino für die Ohren" inszeniert und wird von der israelischen Sängerin Ofrin begleitet. Restkarten gibt es noch an der Abendkasse.