Vielseitiger Sänger, passionierter Lehrer: Michael Rhodes ist tot

Vielseitiger Sänger, passionierter Lehrer: Michael Rhodes ist tot

Der in Trier lebende Sänger und Gesangslehrer Michael Rhodes ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Er war Anfang der 60er Jahre an die Mosel gekommen, für ein Engagement im Stadttheater. Später kamen die Schüler zu ihm.

Trier. Dass Michael Rhodes ein später Ruhm vergönnt war, lag an einem Schüler, der 1995 als junger Sänger in Saarbrücken arbeitete und zu dem erfahrenen Bariton nach Trier fuhr. Der Lehrer Rhodes sei der Wendepunkt in seinem Sängerleben gewesen, schrieb der einstige Schüler eineinhalb Jahrzehnte später in seiner Biografie. Und weil es sich dabei um Jonas Kaufmann handelte, die derzeitige Nummer eins unter den Tenören der Welt, geriet Rhodes, sonst eher einer der Stillen im Lande, im hohen Alter noch in den Fokus der großen Opernwelt.
1951 war er aus seiner Geburtsstadt New York an die Berliner Staatsoper gekommen, gemeinsame Arbeiten mit Giganten wie Bernstein und Copland im Gepäck. Er sang in Zürich, Mailand, Barcelona - und ab 1961 in Trier, wo er sesshaft wurde. Nicht zuletzt wegen der guten Verbindungen zu den US-Airbases in der Eifel, die seine Dienste in Anspruch nahmen - aber auch wegen seiner Frau Anna, die er in Trier kennengelernt hatte.
Er trat noch am alten Interims-Stadttheater, dem Bischof-Korum-Haus auf, wechselte dann mit an den Augustinerhof. Seine Lieblingsrolle: Verdis Falstaff. Doch sein Schwerpunkt verlegte sich immer mehr auf das Unterrichten - mit Schülern aus aller Herren Länder, die später die Opernhäuser der Welt bevölkerten. Eine Spur davon vermittelten seine traditionellen Leistungsschauen im Bitburger Haus Beda, wo er bis 2003 immer wieder hochkarätige Sänger um sich versammelte. Dieter Lintz

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