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Vinyl der Woche: ... And Then There Were Three – Genesis

Vinyl der Woche: ... And Then There Were Three – Genesis : Genesis und die Ritter der Kokosnuss

Was haben Genesis und die legendäre Komikergruppe Monty Python gemeinsam? Um das und mehr geht es in der Kolumne Vinyl der Woche zum Album ... And Then There Were Three.

Mai 1980, London. Phil Collins spielt auf einem Genesis-Konzert mit den Fans. Wobei ... er spielt weniger, als dass er ihnen etwas beibringt. Vor dem Song The Lady Lies unterrichtet er sie darin, wann sie buhen und wann jubeln sollen. Nicht schwer zu merken, aber herrlich anzusehen. Das collins’sche Auftreten hat etwas von einem Monty-Python-Film. Tatsächlich gibt es eine Verbindung – aber dazu später mehr. Denn zunächst geht es um das Album, auf dem The Lady Lies erschien: ... And Then There Were Three.

Denn einige Jahre vor oben beschriebenem Auftritt (wer den Ausschnitt sehen möchte: Es gibt da eine aufstrebende Videoplattform mit Y, die sich auf das Wort „Entzug“ reimt – ohne Werbung machen zu wollen) verließen Peter Gabriel (1975) und Steve Hackett (1977) die Band Genesis. Da waren es nur noch drei: Phil Collins, Mike Rutherford und Tony Banks. Oder ins Englische übersetzt: „And then there were three“. Und was hat das mit Monty Python zu tun?

Nun, streng genommen sind Genesis mitverantwortlich für den Erfolg der Pythons. Wie in der Biografie der legendären Komikergruppe nachzulesen ist, war 1975 nicht klar, wie die Produktion des Films „Die Ritter der Kokosnuss“ finanziert werden sollte. Die Lösung: Eine Gruppe aus zehn verschiedenen Investoren, die in Teilen eine Summe von 200 000 Pfund zusammenlegen sollten.

Einer dieser Investoren war Tony Stratton-Smith, Geschäftsführer des Labels Charisma Records – bei dem die frühen Monty-Python-Alben erschienen.

Selbsterklärend war Monty Python nicht der einzige Klient Tony Stratton-Smiths. Unter anderem arbeitete er auch mit Pink Floyd, Led Zeppelin – und Genesis. Stratton-Smith überredete die drei Bands, sich an dem Film zu beteiligen. Erfolgreich – auch Genesis investierte 20 000 Pfund. Nicht ganz uneigennützig, denn die Bands nutzten das Investment wohl auch als nützliche Steuerabschreibung, da die Einkommenssteuer in Großbritannien zu dieser Zeit sehr hoch war. Der Film wurde ein Erfolg und Klassiker, Genesis und Stratton-Smith arbeiteten weiter zusammen und nahmen drei Jahre nach dem „Investoren-Deal“ ... And Then There Were Three auf.

Das erste Album ohne Gabriel und Hackett entwickelte sich ebenfalls zum kommerziellen Erfolg. Genesis zeigte sich weniger progressiv und experimentell, ein Großteil der Songs wurde von kommerziellen Rock/Pop-Elementen dominiert. So auch Follow You, Follow Me, die erfolgreichste Single des Albums. Christian Thome