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Vinyl der Woche Magia – Shakira

Vinyl der Woche Magia – Shakira : Shakira, 14: Erste Liebe, erste Platte

Wir kommen nicht drum rum. Glauben Sie mir: Ich habe wirklich versucht, Sie mit einer Kolumne, die einen Bezug zur Fußball-Europameisterschaft hat, zu verschonen. Auch diese Woche wollte ich das vermeiden.

Aber: Wir müssen heute über Shakira sprechen, die vor genau 30 Jahren ihr Debütalbum Magia veröffentlicht hat. Und wenn wir über die kolumbianische Pop-Legende sprechen, dann komm’ ich nicht an Fußball vorbei. Nicht, weil ihr Ehemann Gerard Piqué gerade mit der spanischen Nationalmannschaft aktiv ist. Nein, es geht darum – erlauben Sie mir diesen einen Gedanken zur Europameisterschaft – dass wie Loriot sagen würde, früher mehr Lametta war. Früher ist noch nicht so lange her. Denn während 2021 U2 einen langweiligen EM-Soundtrack präsentiert (der leider zu dieser EM passt, für die ich persönlich mich wegen krimineller Uefa-und-Fifa-Machenschaften, einem vollen Budapester Stadion trotz Corona-Pandemie und vielem mehr nicht so richtig begeistern kann), zeigte Shakira 2010 mit Waka Waka, wie wichtig eine Hymne für die Stimmung bei einer WM sein kann. All das fand seinen Ursprung 1991 in Kolumbien.

Denn bevor es 2010 hieß „Tsamina mina, eh eh, Waka waka, eh eh“ (übrigens lernten sich Shakira und Piqué bei diesem Videodreh kennen und lieben), veröffentlicht Shakira (das ist ihr richtiger Vorname, geht es schöner?) 1991 ihr erstes Album. Mit 14 Jahren. Neun Songs, überwiegend Pop-Balladen. Im Alter von acht Jahren beginnt Shakira diese Songs zu schreiben. Früh ist klar, dass sie Profimusikerin werden will. Immer wieder tritt sie bei lokalen Wettbewerben auf. Wie schön es ist, dass sich in solchen Fällen Talent irgendwann durchsetzt. So auch bei Shakira, denn die lokale Theaterproduzentin Monica Ariza wird auf die junge Musikerin aufmerksam. Über diesen Kontakt tritt Shakira vor Verantwortlichen von Sony Music Colombia auf. Diese sind sofort begeistert und nehmen die damals 13-Jährige unter Vertrag. Drei Alben soll sie liefern.

Magia ist das erste, es folgen Peligro und Pies Descalzos. Bleiben wir jedoch bei Magia. Denn Shakira schafft bei ihrer ersten Platte eine Sache, die sich durch ihre spätere Karriere ziehen soll: Sie bleibt sie selbst. Das Album spiegelt wider, was sie zu dieser Zeit ist: ein Teenager in der Pubertät. Shakira verarbeitet ihre erste Liebe. Teenie-Themen eben. Dennoch zeigt sich schon damals, dass Shakira eine extrem harte Arbeiterin ist.

Denn auf ihre eigene Initiative hin spielt sie vor der Veröffentlichung etliche Live-Shows. Sie ist Thema in den Medien, ihre Bekanntheit steigt in Kolumbien. Dennoch verkaufen sich nur knapp über 1000 Exemplare des Albums. Der Nachfolger Peligro verkauft sich noch schlechter. Aufgeben? Keine Option. Das dritte Album Pies Descalzos wird Shakiras Durchbruch. Vier Millionen verkaufte Exemplare. Wow.

Und wow, ich muss mich selbst loben. Ich hab’ kaum über Fußball geschrieben. Zeigt das, dass mich Shakira mehr interessiert als diese EM?

 In der Kolumne „Vinyl der Woche“ stellt der Trierische Volksfreund wöchentlich eine Schallplatte vor – von Neuerscheinungen, über besondere Alben bis hin zu Klassikern. Alle Serienteile finden Sie hier.