Vinyl der Woche: The Lion King – Hans Zimmer Ohne Hans wäre Simba nichts

Serie · Hans Zimmer hat bei uns allen Spuren hinterlassen. Auch bei denen, die noch nicht geboren waren, als sein Meisterwerk vor 30 Jahren entstand.

The Lion King von Elton John

The Lion King von Elton John

Foto: Walt Disney Records (Universal Music)

Es gibt Raum für Diskussionen. Ausnahmsweise. Bei manchen Themen bin ich etwas kleinkariert. Dann denke ich: Meine Kolumne, meine Meinung. Beispiel, ich habe es schon öfter erwähnt: Ich lasse keinen Zweifel an der musikalischen Qualität von Roland Kaiser. Die ist gut, basta.

Wenn es allerdings um Komponisten von Filmmusik geht, dann lasse ich mich gerne auf Debatten ein. Ich bin mir ja selbst nicht ganz einig, wer mein Liebling ist. Einer von zwei Kandidaten bekommt heute hier seine Würdigung: Hans Zimmer. Denn der hat sich vor 30 Jahren unsterblich gemacht. Bei allen von uns. Ohne Ausnahme. Allen.

Denn der Zweifel, dass irgendein Leser die Musik, von der wir sprechen, nicht kennt, ist heute vom Tisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand den Film König der Löwen nicht gesehen hat. Der wird in so vielen Kombinationen angeschaut: Großeltern mit ihren Enkeln, Eltern mit ihren Kindern, Kinder mit ihren Freunden, Männer mit ihren Freundinnen (und ja, es ist vollkommen in Ordnung, wenn man als gestandener Kerl weint, wenn Mufasa stirbt!).

Der Film: Ein Meisterwerk. Aber: Ohne die Musik wäre er nicht annähernd das, was er ist. Stellen Sie sich mal Simbas Geburt ohne Circle of Life vor. Timon und Pumba ohne Hakuna Matata. Oder Nala und Simba ohne Can You Feel The Love Tonight. Ne, ne, ne.

Also gut, dass Hans Zimmer und die Filmproduzenten damals zusammen kamen. Um ein Haar wäre das gescheitert. Denn wie der Komponist einst in einem Interview sagte, wollte er die Musik für den Film ursprünglich gar nicht komponieren. Schuld daran, dass er es doch tat, war seine damals sechsjährige Tochter Zoe.

Denn Hans Zimmer wollte schon immer mit seiner Tochter eine Premiere besuchen. Problem: Vorher hatte er meist die Musik für Filme geschrieben, die sich dafür nicht so doll eignen. Beispiele: Backdraft, K2 oder Tage des Donners – alle schon aufgrund der Altersbeschränkung von mindestens zwölf Jahren aus dem Rennen. Ein Animationsfilm schien für Zimmer die bessere Wahl.

Also sagte er zu. Später merkte Hans Zimmer, dass König der Löwen eines der Projekte war, das ihm besonders am Herzen lag. Das liegt daran, dass mit Mufasa ein Vater stirbt. Zimmer selbst verlor seinen Vater, als er noch sehr jung war.

Das mit der Tochter war übrigens nicht die einzige Wendung in der Geschichte rund um König der Löwen und Hans Zimmer. Denn wir kennen den Streifen ja mittlerweile nicht nur als Film. Die Musik ist so gut, dass sie eines der erfolgreichsten Musicals der Welt geworden ist.

Dabei hatte der Deutsche damals klargestellt: Er hasst Broadway-Musicals. Man habe ihm dann versichert, dass aus König der Löwen nie ein Musical werden würde. Doch dann kam Zimmers eigenes musikalisches Genie in die Quere. Der Film war fertig, aber die Ideen für Musik noch nicht ausgeschöpft. Zimmer nahm daraufhin das Album Rhythm of the Pride Lands auf. Dieses bildete dann die Basis für das Musical, das sich heute unter anderem in Hamburg in den vergangenen 20 Jahren mehr als 15 Millionen Menschen angesehen haben. Hans Zimmer ist ein Meister. Nicht weniger. Zwei Oscars sprechen für sich. Millionen Familienabende mit seiner Musik ebenfalls.

Und der andere, der mich fasziniert? Gehen wir auf den nur kurz ein: John Williams. Eigentlich reichen bei ihm die komponierten Filme und Filmreihen, um sein Können zusammenzufassen: Der weiße Hai, Schindlers Liste, Jurassic Park. Und allem voran, die von mir mit am meisten geliebte Filmmusik: Star Wars.

Manchmal ist es vielleicht okay, zwei Musiker gleich gut zu finden. Oder für wen würden Sie sich entscheiden?

Meistgelesen
Neueste Artikel
Vom erwischt werden
Vinyl der Woche: Love Is A Wonderful Thing – Michael Bolton Vom erwischt werden
Zum Thema
Mamakind
Mamakind
Vinyl der Woche: Mama Said – Lenny KravitzMamakind
Aus dem Ressort
Blöde Technik
Vinyl der Woche: Seasons in the Sun – Terry Jacks Blöde Technik
Impro
Vinyl der Woche: Die Jahresuhr – Rolf Zuckowski Impro