Violine, Cello und Piano in höchster Vollendung

Luxemburg · Drei Solisten von Weltruf um die Cellistin Sol Gabetta haben in Luxemburg die heitere Seite des Werkes von Beethoven gekonnt interpretiert. 1290 Zuschauer erlebten einen beschwingten Abend.

 Sol Gabetta. Foto: Philharmonie

Sol Gabetta. Foto: Philharmonie

Luxemburg. Ein Team von Weltstars ist am Sonntagabend in der Luxemburger Philharmonie angetreten, um zu zeigen, dass die Musik von Ludwig van Beethoven durchaus auch ihre gefälligen und heiteren Seiten hat. Der aus Zagreb stammende Pianist Dejan Lazic am Flügel, der italienische Geiger Giuliano Carmignola mit einer Stradivari von 1732 und nicht zuletzt die franco-argentinische Weltklasse-Cellistin Sol Gabetta - die schon im Januar das Publikum in Luxemburg begeisterte - mit ihrem kostbaren Guadagnini-Cello aus dem Jahr 1759.
Fulminanter Beginn


Diese drei Solisten werden begleitet vom Kammerorchester Basel mit Giovanni Antonini am Dirigentenpult. Das Orchester legt fulminant los. Die Ouvertüre zu "Die Geschöpfe des Prometheus", op. 43, kommt heiter und anregend daher.
Danach dann Beethovens Symphonie Nr. 1 in C-Dur, op. 21, die am 2. April 1800 in Wien uraufgeführt und von zeitgenössischen Kritikern als zu gefällig und gewöhnlich tituliert wurde. So, wie die Baseler Musiker das Stück interpretieren, verströmt es heute eine heitere Stimmung.
Antonini dirigiert mit italienischer Leidenschaft und der Präzision eines Schweizer Uhrwerkes. Höhepunkt des mit 70 Minuten angenehm kurzweiligen Konzertes ist der Auftritt der Solisten mit Beethovens "Tripelkonzert" für Violine, Violoncello, Klavier und Orchester in C-Dur von 1808. Zu dieser Zeit schritt Beethovens Taubheit voran. Dieses Leiden beflügelte jedoch offenbar seine Kreativität, seine Lebensfreude fand Ausdruck in beschwingten Werken, die in jener Zeit ungemein populär waren und dem Komponisten auch noch ein finanzielles Auskommen sicherten.
Davon Zeugnis gibt das "Tripelkonzert" und die von tiefem Werkverständinis lebende Interpretation der Solisten. Sol Gabetta spielt spannungsgeladen und betörend schön, ihre innige musikalische Zwiesprache mit dem charismatischen Carmignola an der Geige und Lazic am Flügel ist beseelt und zeigt die lebensfrohe Interpretation des Stückes. Einzeln und im Wechselspiel absolut virtuos, um dann wieder perfekt mit dem Orchester zu verschmelzen. Großer Beifall im Auditorium. DT

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