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Virtuose Leichtigkeit im Land der Phantasie

Virtuose Leichtigkeit im Land der Phantasie

Eine sehr sehenswerte Ausstellung zeigt die Gesellschaft für Bildende Kunst Trier. Dort sind Arbeiten der Malerin und Grafikerin Renate Gehrke zu sehen.

Trier. Ein raumhoher schwarz-weißer Wald aus Acryl und Leinwand bedeckt die Längswand im Palais Walderdorff. Lockend und unheimlich zugleich steht er dort mit seinem schwarzen Geäst, durch das spärlich Licht scheint. Nebenan bewegen sich hauchdünne Bildvorhänge im Luftzug und machen aus den Figuren darauf zarte Silhouetten, die sich zwischen Traum und Wirklichkeit bewegen.
Der Lufthauch setzt die Bilder in Bewegung, verunsichert die Wahrnehmung und schafft so neue Bilder: Eine geradezu traumtänzerische Szenerie. Als großer begehbarer Bildraum sind die Arbeiten von Renate Gehrke in der Galerie Palais Walderdorff inszeniert.
Ein faszinierender Raum, der für das weite Land der Fantasie und der Seele stehen kann. In Trier sind vor allem Kohlezeichnungen und einige Gemälde sowie kleinformatige Mischtechniken der 1943 in München geborenen Künstlerin zu sehen, die von sich sagt: "Die Kunst ist mein Leben."
Nur plausibel ist denn auch ihre Schlussfolgerung, dass ihr künstlerisches Schaffen innerem Drang und innerer Notwendigkeit entspringe. Die Auseinandersetzung mit der Bewegung, wie sie in Trier eindrucksvoll in ihren Zeichnungen zu sehen ist, mag ihr bereits vererbt sein. Schließlich war ihr Großvater Tänzer und Choreograph.
Renate Gehrke zeichnet mit virtuoser Leichtigkeit, spontan sogar skizzenhaft wirken manche ihrer Zeichnungen von Bewegung. Wer genau hinschaut, sieht indes, mit welcher Genauigkeit die Künstlerin Bewegungsabläufe beobachtet und analysiert. Das Ganze mag etwas vom "Sezieren" einer Bewegung haben, wie Gehrke selbst sagt. Und doch ist ihr Zeichenstift mehr als ein freilegendes Messer. Indem sie mit seiner Hilfe Bewegung als Zusammenhang aus Rhythmus und Geste, als Reihung und Überlagerung offenlegt, entstehen neue Bilder, eine neue Choreographie gleichsam. ER
Bis 24. September, Dienstag bis Samstag 11 bis 13 Uhr, Dienstag, Donnerstag und Freitag auch 14 bis17 Uhr.
Infos im Internet unter www.gb-kunst.de