Viviane Chassot (Akkordeon) und Martin Mallaun (Zither) begeistern in Wittlich beim Mosel Musikfestival

Klassik-Konzert : Begegnung von Akkordeon und Zither

Neue Klangwelten offenbarten Viviane Chassot am Akkordeon und Martin Mallaun an der Zither beim Mosel Musikfestival in der Synagoge Wittlich.

Wittlich (chb) Akkordeon und Zither – was von der instrumentalen Kombination eher an Volksmusik erinnert, war beim Konzert in der Synagoge in Wittlich eine einzigartige Kombination. Beide Instrumente haben eine sehr breite Klangfarbe, und es  waren ausgezeichnete Musiker, die sie präsentierten. Vivianne Chassot hat schon mit Simon Rattle, Chefdirigent des  London Symphony Orchestra, gespielt, und Martin Mallaun auf der Münchner Biennale.

450 Jahre Musikgeschichte haben die beiden bei ihrem Konzert durchstreift, von der Renaissance bis zur Gegenwart, von John Dowland über das barocke Deutschland bis nach Frankreich zu François Couperin. Aus dem 20. Jahrhundert standen neben Eric Satien und György Ligeti Anouar Brahem und zwei Tangos von Astor Piazzolla auf dem Programm.

Wichtig ist den Musikern, den Blick auf Vertrautes zu ändern, indem sie die Instrumentierung historischer Stücke verändern. So präsentierte Chassot auf dem Akkordeon die Haydn-Sonate 50 in D-Dur, deren  Mittelsatz sehr beweglich war. Filigran tanzten die Finger von Vivianne Chassot über die Tasten des Akkordeons, die Melodiebögen wurden durch den Einsatz des Balgs sehr gut herausgearbeitet und fügten sich flüssig in das Stück ein. Martin Mallaun begeisterte ebenfalls mit der Bandbreite seines Instruments, mal war es eine lockere Begleitung, mal ein scharf gezupftes Saitenspiel. Ebenso zeigte er mit einer besonderen Weichheit seines Anschlags eine melodische Breite und eine lautmalerische Komponente.

Die aufmerksamen Besucher in der vollbesetzten Synagoge waren von diesem Klangerlebnis begeistert und applaudierten so ausgiebig, dass das Duo am Schluss noch zwei Zugaben spielte.

Mehr von Volksfreund