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Vom Auf- und Ab eines künstlerischen Weges

Vom Auf- und Ab eines künstlerischen Weges

Eigentlich hatte es eine ganz normale Werkschau in der Galerie werden sollen, in der er vor 40 Jahren zum ersten Mal in Trier ausgestellt hatte. Jetzt ist aus der geplanten Rückschau im Palais Walderdorff eine ebenso eindrückliche wie aufschlussreiche Gedächtnisausstellung für Mario Diaz Suarez geworden.

Trier. "I did it my way" - auch Mario Diaz Suarez ist seinen ganz eigenen Weg gegangen. Mag sein Werk auch von gegenständlicher Malerei bis zur Abstraktion reichen, seine Malerei beeinflusst sein von der heimatlichen südamerikanischen Volkskunst, wie von Pop Art, Surrealismus und fotografischem Realismus: der 1940 in Tucuman geborene und 2013 in Trier gestorbene Künstler hat seine ganz eigene Position entwickelt. "Mi camino" (Mein Weg) zeigt noch einmal die künstlerische Entwicklung des Malers auf, von den ersten gegenständlichen Zeichnungen bis zu seinen letzten Landschaftsgemälden. Dabei wird deutlich, dass Mario Diaz Suarez nicht nur ein weltläufiger Künstler war, sondern zudem einer, der mitten in seiner Zeit stand, auf ihre Herausforderungen reagierte und sich mit Krisen auseinandersetzte. Mario Diaz Suarez Stimme und Instrument ist die Farbe. In ihren vielfältigen Klängen veräußert er seine Empfindungen, Botschaften und Erfahrungen.
Ein Schwerpunkt der Ausstellung gilt den Pariser Jahren. Mitten in die 68iger Unruhen war der Maler aus New York in die französische Hauptstadt gekommen. Schnell wird er zum Partei nehmenden Mitstreiter und verfasst mit der von ihm mitbegründeten Künstlergruppe Sakrac ein "Ökologisches Manifest". Die farbmächtigen, manchmal grellen Bilder jener Zeit, die auf Pop Art und Surrealismus verweisen, prangern Umweltzerstörung, Sex, hemmungslosen Konsum und Kriegstreiberei an.
Hinter dem zuweilen bissigen Witz und der Lust an der Satire verbirgt sich indes eine tiefe Betroffenheit über den Zustand der Welt und eine nie endende Liebe zu Mensch und Natur. Mario Diaz Werk ist allerdings nicht nur Außenschau. Seit er 1976 in Trier lebt, hat sich der Blick zunehmend nach innen gewandt. Hier hat er sein anderes großes Thema gefunden: die Landschaftsmalerei. Sie bildet den zweiten Schwerpunkt der Schau.
Mario Diaz Suarez Landschaften mit ihren vielfältigen Farbklängen sind ideelle Landschaften, gemalt vor der Natur der eigenen Seele und Sinnbilder der eigenen Innenwelt. "Ich werde malen bis zum letzten Tag", hatte Mario Diaz Suarez wenige Monate vor seinem Tod gesagt. Das hat er wahr gemacht.