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Vom Leben im Revier - einst und jetzt: Susanne Linke zeigt am Freitag ihr Tanz-Theaterstück "Ruhr-Ort"

Vom Leben im Revier - einst und jetzt: Susanne Linke zeigt am Freitag ihr Tanz-Theaterstück "Ruhr-Ort"

Eine weitere Legende kommt ans Theater Trier. Als Tanz-Gastspiel zeigt das Haus in Kooperation mit Renegade in Residence am Schauspiel Bochum Susanne Linkes berühmtes Tanzstück "Ruhr-Ort". Einmal mehr präsentiert dabei die neue Leiterin der Sparte Tanz ihr Verständnis von Tanztheater.

Das klingt ganz entschieden nach nationalem Kulturerbe. Warum schließlich sollte nicht auch Susanne Linkes berühmtes TanzTheaterstück "Ruhr-Ort" dazu beitragen, das kulturelle Gedächtnis zu erweitern und das Andenken an eine einzigartige Industrielandschaft und das Leben darin zu erhalten.

Premierenfieber

Tatsächlich tut sie das ja schon. Längst ist die bei der Premiere noch zurückhaltend aufgenommene, aber längst international bejubelte Produktion Legende. Dass das Tanzstück 2014 mit Hilfe des Fonds "Tanzfonds Erbe" wieder auf die Bühne gebracht werden konnte, bestätigt seine kulturelle Bedeutung. Der kleine aber angesehene Fonds ist eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes, der sich der Geschichte des modernen Tanzes widmet und zeitgenössische Projekte daraus fördert.

Bereits 1992 hatte Susanne Linke in ihrer ersten Ruhr-Ort-Fassung die Maloche des Reviers schonungslos aber ungeheuer eindrucksvoll im Tanz thematisiert. Der Schweiß tropfte geradezu aus den Bewegungen der Tänzer. Die harte Arbeit an den Hochöfen und in der Grube, die Erschöpfung der Stahlkocher und Bergleute wurden in eindringliche tänzerische Körpersprache übersetzt.

Seitdem sind über 20 Jahre vergangen. Wer sich im Ruhrgebiet auskennt, weiß wie sehr sich das einstige Stahl- und Bergwerksrevier und seine Arbeitswelt inzwischen verändert haben. Zechen wurden stillgelegt, die Hochöfen erkalteten. Die aufgelassenen Industrieanlagen wurden vielfach zu Kulturzentren umfunktioniert. Anlass genug für Susanne Linke, ihren Ruhr-Ort weiter zu denken. Schließlich weiß die Choreographin: "Alle gute Kunst ist Gegenwartskunst."Urbane Kunst


Am Schauspiel Bochum rekonstruierte und aktualisierte die Tanzpionierin ihren Ruhr-Ort von einst zu einem Ort, an dem sich Geschichte und zeitgenössische Lebenswelt zum Gegenwartstheater verbinden. Gemeinsam mit den Tänzern der Herner Street-Art Kompanie Pottporus/Renegade entstand eine spannende Begegnung aus Street Art und etabliertem Tanztheater, aus urbaner Kunst und getanztem Ortsgedächtnis.

Dem Trierer Publikum steht mit dem Tanztheater nicht nur eine viel beachtete Produktion ins Haus. Susanne Linke, die sich am Spielzeiteröffnungs-Wochenende in Trier als Tanzchefin mit dem Tanzduett "Mistral" gleichermaßen als Tänzerin wie als Choreographin eines intimen Kammerspiels vorstellte, präsentiert sich in Ruhr-Ort als Regisseurin und Choreographin des großen Tanztheaters.

Tanz-Gastspiel von Susanne Linke, "Ruhr-Ort", Freitag, 25. September, 19.30 Uhr, Großes HausExtra

Mit insgesamt neun Premieren an drei Wochenenden im September und dem ersten Sinfoniekonzert beginnt das neue Theaterteam um Intendant Karl Sibelius seine erste Spielzeit in Trier. Unter dem Motto "Premierenfieber" stellt der Trierische Volksfreund die Stücke vor. Nach den Schauspielen "Molière" und "Zauberberg", dem Opernprojekt "UR_", der Oper "Fidelio" und dem Eröffnungsstück "Alles bleibt anders" stehen an diesem Wochenende noch drei weitere Premieren auf dem Spielplan(gefettet sind die beiden Stücke, zu denen Sie auf dieser Seite die Vorberichte lesen):
"Ruhr-Ort": 25. September, 19.30 Uhr, Großes Haus
1. Sinfoniekonzert: 26. September, 20 Uhr, Großes Haus
"Sweeney Todd": 27. September, 19.30 Uhr, Walzwerk
Trier Karten gibt es an der Theaterkasse, unter Telefon 0651/7181818 oder per E-Mail an theaterkasse@teatrier.de cweb