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Vom Österreicher Mozart bis zum Trierer Jost

Vom Österreicher Mozart bis zum Trierer Jost

Mit einem vielfältigen musikalischen Programmspektrum aus drei Jahrhunderten und Leckerbissen der Orchesterliteratur eröffnet Generalmusikdirektor Victor Puhl die Spielzeit am Theater Trier.

Trier. (mö/red) Zu Beginn des ersten Sinfoniekonzerts heute, 20 Uhr im Trierer Theater, erklingt die Ouvertüre zur Oper "Benvenuto Cellini" von Hector Berlioz als Start in die neue Saison. Den Gegenpol am Schluss bildet Claude Debussys gewaltiges und farbenreiches Orchesterpoem "La Mer". Im Zentrum des Konzerts steht Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert Nr. 9 Es-Dur KV 271, das der in Frankreich höchst erfolgreiche und bejubelte Pianist Francois Dumont vorträgt. Dazu kommt noch das meditative Musikwerk "Miserere" des international gefragten Trierer Komponisten Christian Jost. Mit Christian Jost sprach TV-Redakteur Martin Möller.

Sie bezeichnen das "Miserere" als Klangstudie über das "Qui tollis" aus Mozarts c-Moll-Messe. Haben Sie Musik über Musik geschrieben?

Jost: In gewisser Weise kann man das so sagen. Das "Miserere" reflektiert die Emotionstiefe in Mozarts Musik, die mich tief beeindruckt hat. Das "Qui tollis" der c-Moll-Messe klingt ja, als wolle Mozart wirklich alle Sünden der Welt in Töne fassen.

Wie sind Sie bei der Komposition vorgegangen?

Jost: Ich habe die Partien, die gesungen werden, zu instrumentalen Zitaten verarbeitet. Diese verbinden sich zu subtilen, in gedehnter Zeit ablaufenden "Zitat inseln". Ich habe Mozarts Musik also aufgegriffen und zu immer weiteren Verdichtungen geführt. Das ist das Neue an meiner Komposition.

Sie sind mittlerweile ein international gefragter Komponist geworden. Was steht bei ihnen in naher Zukunft an?

Jost: Ende Juni fand die Uraufführung meiner "Hamlet"-Oper an der Komischen Oper in Berlin statt - ein riesiger Erfolg beim Publikum. Am 12. September wird das Berliner Konzerthaus-Orchester unter Lothar Zagrosek meine neue Komposition ,Code Nine' uraufführen. Und im Opernhaus Halle hat am 11. September meine Oper "Die arabische Nacht" Premiere - eine Aufzeichnung ist übrigens am 26. September um 19.05 Uhr in Deutschlandradio Kultur zu hören.