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Vom Schneckenhaus zum Instrument

Vom Schneckenhaus zum Instrument

Das Horn ist ein Musikinstrument, das wir heute fast nur noch in seiner Form aus Messing kennen, weshalb es auch zu den Blechblasinstrumenten gehört. Eigentlich besteht es nur aus einem langen Rohr.

An einem Ende befindet sich ein Mundstück und am anderen der große Schalltrichter, der von Fachleuten "die Stürze" genannt wird. Das Rohr kann bis zu 375 Zentimetern lang sein und wäre sehr unhandlich. Deshalb hat man es wie einen Gartenschlauch aufgerollt.

Ursprünglich war das Horn aber nicht aus Metall. Schon vor 4000 Jahren haben die Menschen entdeckt, dass ein weithin hörbarer Ton entsteht, wenn man das spitze Ende eines Schnecken- oder Muschelhauses abschlägt und dort hineinbläst. Auch die Hörner von Ziegen, Schafen oder Rindern ließen sich so verwenden, woher der Name "Horn" stammt. Auch in der Religion bekam es durch seinen durchdringenden Klang einen besonderen Stellenwert. In der jüdischen Religion ist das "Schofar", ein Widderhorn, ein heiliges Instrument, das nur zu ganz bestimmten Zeiten geblasen wird.

In unseren Breiten war das Horn lange als Signalinstrument beliebt. Etwa bei den Jägern, die mit dem Horn den Anfang und das Ende der Jagd bekanntgaben. Bis heute begegnet uns das Horn in unserem täglichen Leben - nämlich auf jedem Briefkasten . Es ist das Symbol der Deutschen Post. Als früher die Briefe noch mit der Postkutsche befördert wurden, war jeder Kutscher mit einem Horn ausgestattet. Mit ihm signalisierte er sein Kommen. Wer das Posthorn hörte, musste auf der Straße Platz machen, denn die Post hatte immer Vorfahrt. Gerhard W. Kluth