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Vom Urknall in die virtuelle Welt

Vom Urknall in die virtuelle Welt

Im Rahmen des Kultursommers feiert die Tufa am Donnerstag, 28. August, Premiere der Revue "T(o)uch - Leben berührt Arbeit". Tufa-Mitgliedsvereine sowie freischaffende Künstler entwickeln darin ebenso spekulativ wie humorvoll und bewegend einen "blauen Faden" der Geschichte auf Tufa-Boden vom Urknall bis in ferne Zukunft.

Trier. (ae) Zum Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz "Arbeitswelten - Lebenswelten" hat die Tuchfabrik Trier für ihr Festival "Arbeitsplätze" eine Eigenproduktion kreiert, die am 28. August Premiere feiert: "Eine Revue, die viele Kunstformen integriert, für jeden etwas bietet und mit leisen Tönen bewegt", sagt Sandra Karl vom Fire-Abend-Theater. Sie führt Regie und hat mit Hannah Swoboda vom Satiricon-Theater die Idee zu

"T(o)uch - Leben berührt Arbeit" entwickelt oder besser gesponnen. Herausgekommen ist ein "Faden der Zeit".

Humor und Satire, Spiel- und Gesangsszenen



Er verbindet tatsächliche und spekulative historische, gegenwärtige und zukünftige Ereignisse, deren Schauplatz der Ort der Tufa oder jeder anderen Fabrik in Deutschland sein könnte. Von Autor Karsten Müller (ehemaliger künstlerischer Leiter der Landesgartenschau) in Textform gebracht, zieht er sich vom Urknall unter anderem über steinzeitliche Fellproduktion, Römer und den Heiligen Rock, Hexenprozess gegen eine Spinnerin, Industrialisierung und Gründung der Tuchfabrik, kritisch-humoristische Bestandsaufnahme ihrer derzeitigen Situation als Kulturzentrum bis zu einer globalisierten Zukunft, in der das "Tufa-Mutterhaus" virtuelle Filialen in aller Welt unterhält. Auch Karl Marx taucht auf, als kritischer Betrachter sich wandelnder Produktions- und Lebensbedingungen.

Über eine Spieldauer von drei Stunden wechseln mit Humor, Satire und Poesie gespickte Performances, Spiel-, Gesangs- und Tanzszenen, gestaltet von Max-Tuch-, Katz-, Fire-Abend- und Satiricon-Theater, den Ensembles von Tufa-Tanz und Hair, Katharina Bihler, Martina Diederich, Johannes Metzdorf, Beatrice Bergèr, Markus Mitschke, Grit Carol, Alla Fastovskaia und anderen. Verbindung schafft die Schlüsselfigur der Spinne (Sandra Karl), die in der Farbe der Tuchweber gehaltene blaue Fäden durchs Publikum spinnt. Diese Idee, entlehnt aus der indianischen Mythologie, nach der der Mensch das Weben von der Spinne lernte, hat Jürgen Küpper beigesteuert, der auch das Bühnenbild gestaltet und die Conférencen der Spinne mit sphärischen Klängen begleitet.

Premiere am Donnerstag, 28. August, um 20 Uhr im großen Saal der Tufa, weitere Termine: 30. und 31. August, 13. September.